„So einen Trainer brauchen wir“: Eberls Bayern-Plan

von Tristan Bernert
4 min.
Max Eberl bei seiner Vorstellung beim FC Bayern @Maxppp

Offiziell ist Max Eberl noch nicht der neue Sportvorstand des FC Bayern. Erst zum 1. März wird der 50-Jährige seinen neuen Posten in München antreten. Am heutigen Dienstag stand der neue Sportliche Hauptverantwortliche des kriselnden Rekordmeisters aber schon Rede und Antwort.

Trainersuche, Kader-Umbruch, internes Vermitteln, externe Kommunikation – es warten einige Aufgaben auf Max Eberl, wenn er sein Amt als Sportvorstand zum 1. März beim FC Bayern antritt. Als Heilsbringer will sich der 50-Jährige, für den die Münchner bis zu 4,5 Millionen Euro an RB Leipzig zahlen, aber nicht bezeichnen lassen.

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„Ich bin kein Heilsbringer. Ich bin einer, der gut in einem Team arbeiten kann und möchte. Ich brauche dafür die Expertise der Menschen um mich herum“, so Eberl am heutigen Dienstag auf seiner Vorstellungspressekonferenz. Zu diesen Menschen gehört auch Christoph Freund, seit einem halben Jahr Sportdirektor in München. Eberl war es wichtig zu betonen, dass er mit dem 46-jährigen Österreicher „auf Augenhöhe die sportlichen Themen voranbringen“ wolle. Von einer „Entmachtung“ von Freund könne keine Rede sein: „Hierarchien spielen hier keine Rolle für mich.“

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Die Botschaft ist klar: Eberl will die kriselnden Bayern als Team zurück in die Erfolgsspur bringen. Das fängt schon in dieser Saison an. „Das Ziel ist es, noch das Bestmögliche herauszuholen“, erklärte der neue Sportvorstand, „wir sind in der Jägerrolle, das ist ungewöhnlich für Bayern. Acht Punkte Rückstand in der Bundesliga sind viel, aber es gibt noch genügend Spieltage, um die Spannung hochzuhalten. Auch in der Champions League können wir noch weiterkommen.“

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Stars & Toptalente

Und danach? „Es gilt, es einen Kader zu bauen, bei dem man Nachhaltigkeit erkennt und der einen Wiedererkennungswert hat.“ Dabei will Eberl auf einen Mix aus fertigen Stars und entwicklungsfähigen Toptalenten setzen: „Wir wollen die bestmöglichen Spieler zum FC Bayern holen, die uns Titel ermöglichen. Das kann ein Topstar sein, aber wir werden solche Spieler immer mit Weitsicht verpflichten. Wir versuchen, Stars zu finden. Ob das realisierbar ist, wird sich zeigen.“

Und weiter: „Wir versuchen aber auch, Spieler zu finden, die über Entwicklung dieses Niveau erreichen können. Christoph hat bei RB Salzburg gezeigt, dass er es kann. Ich denke, ich habe das auch schon gezeigt. Auch Spieler wie Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Philipp Lahm haben als Talente hier angefangen und sich dann weiterentwickelt. Das ist möglich beim FC Bayern.“ Das grundsätzliche Motto seiner Transferpolitik: „Sportlicher Erfolg mit finanzieller Solidität kombinieren.“ Das sei schon immer der Ansatz der Münchner gewesen: „Das macht uns so besonders.“

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Priorität Trainersuche

Wie groß der Kader-Umbruch am Ende tatsächlich sein wird, wollte Eberl nicht prognostizieren. „Ich fange gerade erst an und werde alles mit den Kollegen um Christoph besprechen, der einen sechsmonatigen Vorsprung hat. Dann werden wir uns den Kader anschauen. Wie jeden Sommer wird es Zu- und Abgänge geben.“

Grundsätzlich stehe die Trainersuche aber aktuell im Vordergrund: „Es ist wichtig, dass wir einen Trainer finden, mit dem zusammen wir dann passende Spieler finden.“ Ein grobes Profil hat Eberl dabei bereits im Kopf: „Wir wollen einen Trainer finden, der zum FC Bayern passt. Zu den Ansprüchen, zu den Ideen und zum Kader.“ Und weiter: „Das wird nicht ganz so einfach sein. Es gibt Kandidaten, die woanders unter Vertrag stehen, Kandidaten, die frei sind. Es gilt für uns, den Richtigen zu finden.“

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Vorbild Real Madrid

An einem Verein will er sich dabei besonders orientieren: „Wir haben Spieler wie Mathys Tel und Jamal Musiala, denen wir Einsatzzeiten geben müssen. Bei Real Madrid haben sie es auch geschafft, in ein Mittelfeld um Toni Kroos und Luka Modric junge Spieler einzubauen. So einen Trainer brauchen wir auch.“

Außerdem: „Er sollte eine Sprache sprechen, die wir hier sprechen. Also Deutsch oder Englisch. In Französisch bin ich nicht so gut.“ Ein versteckter Hinweis, dass Zinedine Zidane, der zuletzt immer wieder gehandelt wurde, kein Thema an der Säbener Straße ist? Schließlich stand der Franzose zwar lange Jahre bei Real an der Seitenlinie, spricht aber nicht die bayrischen Klub-Sprachen.

Und Alonso?

Anders sieht das bei Xabi Alonso aus, der aktuell mit Bayer Leverkusen auf die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte zusteuert. Auf den Spanier angesprochen wollte sich Eberl nicht in die Karten schauen lassen. Er wolle die Gerüchte nicht kommentieren. Zwar habe er zu Zeiten bei Borussia Mönchengladbach ein „sehr eindrucksvolles Gespräch“ mit Alonso geführt, der habe ihm damals aber abgesagt, dass ein Wechsel in die Bundesliga für ihn „einen Touch zu früh“ kam. Das damalige Interesse lasse „aber keine Rückschlüsse auf heute zu“.

Ohnehin präferiert Alonso nach FT-Informationen aktuell ein Engagement beim FC Liverpool. Das aktuelle Chaos in München verschreckt den Leverkusener Erfolgscoach. Der neue Sportvorstand wird wohl zumindest versuchen, den Spanier eines Besseren zu belehren. Eine von zahlreichen Aufgaben, die an der Säbener Straße auf Eberl warten.

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