Die Folgen des Olympiaturniers waren Julian Brandt in den zurückliegenden Wochen deutlich anzumerken. Dem Flügelflitzer von Bayer Leverkusen fehlt momentan schlichtweg der letzte Funken Spritzigkeit, nachdem er große Teile der Saisonvorbereitung verpasste. Dennoch dürfte es eine Frage der Zeit sein, bis der 20-Jährige zur Topform findet, die ihn über weite Strecken der vergangenen Rückrunde ausgezeichnet hatte. An der generellen Klasse des vierfachen Nationalspielers besteht ohnehin kein Zweifel. Auch nicht beim FC Bayern München, der Brandt als mittelfristige Lösung für die offensiven Außenbahnen ins Auge gefasst hat.

Und neueste Informationen der ‚Sport Bild‘ dürften weitere Brisanz in die Personalie bringen. Wie das Sportmagazin berichtet, beinhaltet Brandts 2019 auslaufender Vertrag eine Ausstiegsklausel, die ein Jahr früher greifen würde. Dieser Passus, heißt es in dem Bericht, belaufe sich auf lediglich 12,5 Millionen Euro. Gemessen an den heutigen Summen wäre der dynamische Rechtsfuß mit dem exquisiten Dribbling für einen Schnäppchenpreis zu haben.

Verkauf schon 2017?

Und die Klausel zieht für die Leverkusener weitere unangenehme Nebeneffekte mit sich. Denn die Frage nach einem Verkauf unter Marktwert wird sich bereits im kommenden Sommer stellen. Angebote über 25 Millionen – die eigentlich nicht dem Preis für ein solches Juwel wir Brandt entsprechen – könnte Bayer nicht mehr so ohne weiteres ablehnen.

Um nicht in eine ähnliche Situation zu geraten wie beispielsweise Schalke im Fall Leroy Sané, versuchen Rudi Völler und Co. nun, den Vertrag zu modifizieren. Laut ‚Sport Bild‘ laufen Gespräche mit Jürgen Brandt, dem Vater und Berater des Youngsters, um „die Ausstiegsklausel zu streichen oder zumindest die festgeschriebene Ablöse deutlich zu erhöhen“. Eine Tendenz, ob die Brandt-Seite bereit ist einzuschlagen, gibt es zurzeit noch nicht.

FT-Meinung: Spätestens dann, wenn Franck Ribéry und Arjen Robben abdanken, ist der FC Bayern gezwungen, mindestens einen neuen Außenstürmer zu verpflichten. Im Sommer ließ man sich schon Sané durch die Lappen gehen, weil man den Transfer 2017 per Ausstiegsklausel realisieren wollte. Ein ähnliches Missgeschick wird den Münchnern im Fall Brandt nicht passieren. Sehr gut möglich also, dass sie in den kommenden Wochen konkret in Leverkusen anklopfen. Völler muss sich sputen, wenn er im nächsten Frühjahr nicht in die Bredouille kommen will.