Für zwei Jahre hat sich Borussia Dortmund die Dienste von Rechtsverteidiger Achrak Hakimi gesichert. Dass der 19-Jährige im Anschluss an seine Leihe wieder zu Real Madrid zurückkehren wird, ist in Stein gemeißelt – es sei denn, die Königlichen verzichten aus irgendwelchen Gründen auf das Eigengewächs.

In diesem Fall spielt die Borussia aber nur zu gerne den Aus- respektive Weiterbilder. Denn Hakimi ist ein weiteres Mosaiksteinchen im Taktik-Puzzle von Lucien Favre. Der Teenager ist die Alternative zu Routinier Lukasz Piszczek und verkörpert einen komplett anderen Spielertypus.

Zwei Spieler, zwei Varianten

Während der 33-jährige Piszczek im Laufe der Jahre einen sichtbaren Wandel vom offensiven Außenverteidiger zum auf Sicherheit bedachten Profi durchlaufen hat, zeichnet Hakimi sein immenser Vorwärtsdrang aus, wie vom ‚kicker‘ veröffentlichte Statistiken belegen:

Alle 27 Minuten schlägt Hakimi eine Flanke, Piszczek alle 33 Minuten. Noch wesentlich signifikanter ist die Diskrepanz in puncto Dribbling. Hakimi versucht es alle 27 Minuten, sein älterer Konkurrent wagt sich lediglich einmal in 180 Minuten ins direkte Duell. Auf der anderen Seite fällt Hakimis mangelnde Effektivität bei der Defensivarbeit ins Auge. Der Youngster gewinnt 45 Prozent seiner Zweikämpfe, Piszczek im Gegensatz dazu 65 Prozent.

Favre muss also vor dem Spiel abwägen, welcher Variante er den Vorzug gibt. Bislang bestritt Hakimi drei Partien, Piszczek kommt auf vier. Gemessen daran, dass der BVB in der laufenden Spielzeit noch nicht verloren hat, fällte Favre somit stets die richtige Entscheidung.

Hamiki lobt Zusammenarbeit

Dabei läuft es zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren so, wie man es sich als Vorgesetzter wünscht. Hakimi saugt das Gelernte fleißig auf. „Mit Piszczek zu konkurrieren, ist eine wichtige Herausforderung. Man benötigt Zeit, um unter den Besten zu sein“, präsentiert sich Hakimi betont geduldig und lernwillig.

In Dortmund hofft man derweil auf ein Szenario, das einen Hakimi-Verbleib im Signal Iduna Park möglich macht. Sollte das Talent seine Entwicklung allerdings in dieser Geschwindigkeit fortsetzen, dürfte das utopisch sein. Zur Erinnerung: Real hatte einst im Fall von Dani Carvajal, der in der Saison 2012/13 für Bayer Leverkusen spielte, von einem ähnlichen Modell Gebrauch gemacht.