Eine Ära neigt sich beim FC Bayern München so langsam dem Ende entgegen. Ganz unabhängig davon, wie das Champions League-Halbfinale gegen den FC Barcelona am Ende ausgeht, muss der Rekordmeister den Umbruch einleiten. Und zwar nicht nur auf dem Flügel, wo Arjen Robben (31) und Franck Ribéry (32) den Zenit ihres Schaffens bald überschreiten könnten, sondern auch in der Zentrale. Immerhin zählen Bastian Schweinsteiger (30), Philipp Lahm (31) und Xabi Alonso (33) allesamt zur Ü30-Fraktion.

Fakt ist: Die bayrische Scouting-Abteilung hat längst die Aufgabe, den Blick quer über den Globus schweifen zu lassen, um geeignete Kandidaten zu finden und zu beurteilen. Laut einem Bericht der ‚Sport Bild‘ haben die Bayern den Berater von Marco Verratti bereits kontaktiert. Dies habe bei Paris St. Germain für Irritation gesorgt, heißt es weiter.

Verratti ist bei PSG trotz seiner erst 22 Jahre schon der unumstrittene Chef in der Mittelfeld-Zentrale. Klares Passspiel, starke Spieleröffnung und kurze, schnelle Drehungen, um in die Lücken zu stoßen, sind die größten Qualitäten des nur 1,65 Meter kleinen Spielgestalters. Damit würde Verratti exakt in das spielerische Anforderungsprofil von Pep Guardiola passen. Hinzu kommt, dass der junge Italiener in Paris nicht zu den Top-Verdienern zählt. 2012 kam der Youngster für zwölf Millionen Euro vom Serie B-Klub Delfino Pescara an die Seine. Seitdem hat PSG sein Gehalt zwar zweimal angeglichen, in Dimensionen wie Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva oder Edinson Cavani ist Verratti allerdings noch nicht vorgestoßen. Real Madrid soll derweil in fortgeschrittenen Gesprächen mit Verratti stehen.

Auch Tielemans ein Thema

Neben dem Pariser bringt ausgerechnet Ex-Bayer Daniel van Buyten einen interessanten Kandidaten ins Spiel: Youri Tielemans vom RSC Anderlecht. „Tielemans ist ein Spieler, den Bayern beobachtet“, versichert van Buyten gegenüber der Zeitung ‚Het Nieuwsblad‘, „er muss sicherlich noch viel lernen, aber er ist eines der größten Talente seiner Generation. Außerdem ist er sehr gut finanzierbar.“

Um den 17-jährigen Regisseur wirbt allerdings die halbe europäische Elite. Und wie man im Fall Martin Ödegaard miterleben konnte, kann auch der FC Bayern im Kampf um einen Spieler, den man unbedingt haben möchte, den kürzeren ziehen.

Klar ist: Der Umbruch bei den Bayern muss nicht von heute auf morgen über die Bühne gehen. Außerdem stehen mit Thiago, Javi Martínez, den zurzeit verletzten David Alaba und Sebastian Rode sowie Talent Gianluca Gaudino und dem an den FC Augsburg ausgeliehen Pierre-Emile Höjbjerg Spieler im Kader, die ein Vakuum zunächst schließen könnten. Dennoch kein heißes Thema ist Ilkay Gündogan. Denn laut ‚Sport Bild‘ bestehen in der Führungsetage der Bayern Zweifel an der Fitness und der Form des lange Zeit am Rücken verletzten Nationalspielers, der Borussia Dortmund im Sommer wohl verlassen wird. Sowohl Verratti als auch Tielemans stehen derzeit höher im Kurs.