Bruno kann es schaffen“, war sich Hamburger SV-Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer am vergangenen Sonntag sicher, gab allerdings zu bedenken: „Aber jeder muss sich hier an die eigene Nase fassen.“ Nach einem erneut katastrophalen Saisonstart mit lediglich einem Punkt aus drei Spielen sitzt Bruno Labbadia nicht gerade sicher im Sattel.

Vor allem die Tatsache, dass sich beim HSV trotz Transferausgaben von rund 33 Millionen Euro dennoch kein Erfolg einstellen will, schwächt Labbadias Position. Beiersdorfer stellte klar, dass „der Trainer bei allen Verpflichtungen im Boot“, war. Somit trägt der Übungsleiter auch die Konsequenzen. Sollten die Rothosen nicht bald – sprich am heutigen Abend beim SC Freiburg – auf die Erfolgsspur abbiegen, wird womöglich nach dem SV Werder in Kürze der nächste Nordklub den Trainer wechseln.

Einen passenden Ersatz könnte Beiersdorfer bereits an der Hand haben. Wie André Villas-Boas via Instagram verrät, lernt er gerade Deutsch. Die ‚Sport Bild‘ deutet dies als Indiz, dass der Portugiese ein Kandidat auf den Trainerposten in der Hansestadt sein könnte. Der 38-Jährige ist derzeit vereinslos. Zudem ist der frühere Coach von Tottenham Hotspur und des FC Chelsea ein alter Bekannter von Beiersdorfer. Als Manager von Zenit St. Petersburg holte der 52-jährige gebürtige Franke den Portugiesen 2014 in die russische Zarenstadt.

FT-Meinung: Die Schlussfolgerung der ‚Sport Bild‘, dass Villas-Boas in Hamburg anheuern könnte, weil er gerade Deutsch lernt, geht selbstredend eine Spur zu weit. Zumal der 38-Jährige bekannt für seine Sprachaffinität ist. Unter dem Strich ist ein Engagement des Portugiesen in der Hansestadt aber ganz und gar nicht unrealistisch. Beiersdorfer hält allergrößte Stücke auf Villas-Boas. Und sollte Geldgeber Klaus-Michael Kühne ebenfalls vom international renommierten Fußballlehrer überzeugt sein, wäre auch das mit Sicherheit üppige Gehalt kein Problem.