Die tunesische Liga zählt sicherlich nicht zu den besten der Welt. Dennoch gibt es immer wieder Spieler, die den Sprung aus Nordafrika nach Europa wagen und sich überraschend schnell durchsetzen. Islam Slimani, der in diesem Sommer für 30 Millionen Euro von Sporting Lissabon zu Leicester City wechselte, war drei Jahre zuvor – im Alter von 25 Jahren – noch für überschaubare 300.000 Euro aus der algerischen Liga zu den Portugiesen gewechselt.

Einen ähnlich spektakulären Werdegang erhofft sich Borussia Mönchengladbach von Hamza Lahmar, zumindest, wenn man einem Bericht der ‚La Presse de Tunisie‘ Glauben schenkt. Laut der tunesischen Zeitung haben die Fohlen neben dem RSC Anderlecht den Mittelfeldmann vom amtierenden Meister und Pokalsieger ES Sahel auf dem Zettel. Im kommenden Wintertransferfenster wolle Anderlecht ein Angebot über 400.000 Euro abgeben, während die Gladbacher zumindest ihr Interesse bereits offiziell hinterlegt haben sollen.

Der 26-jährige Lahmar war der Schlüsselspieler in der erfolgreichen Meisterschaftssaison seines Vereins. In 36 Pflichtspielen kommt er auf 14 Tore und fünf Vorlagen. Der siebenfache tunesische Nationalspieler kann sowohl im zentralen Mittelfeld als auch auf dem linken Flügel eingesetzt werden, von wo er mit seinem starken rechten Fuß den Torabschluss sucht. Seine Schusskraft ist Lahmars größte Stärke. Vor allem bei ruhenden Bällen sorgt der 26-Jährige regelmäßig für Torgefahr.

FT-Meinung: Als einer der besten Spieler der tunesischen Liga hat es Lahmar sicherlich geschafft, sich auf die Notizzettel der Gladbach-Scouts zu spielen. Ob die Fohlen tatsächlich über eine Verpflichtung nachdenken, muss jedoch angezweifelt werden. Mit 26 Jahren passt Lahmar eigentlich nicht ins Anforderungsprofil der Fohlen. Auf der anderen Seite wäre das Risiko bei einer potenziellen Ablösesumme von 400.000 Euro gering und dass Spieler aus Nordafrika trotz fortgeschrittenen Alters und geringer Investition in Europa erfolgreich sein können, zeigt nicht zuletzt das Beispiel Slimani.