Gleich zwei Abgänge auf einer Position galt es für Schalke 04 im Sommer zu kompensieren. Hinten links verabschiedeten sich Sead Kolasinac und Abdul Rahman Baba. Beide zog es nach London. Kolasinac wechselte ablösefrei zum FC Arsenal, Baba kehrte von seiner Leihe zurück zum FC Chelsea.

Und Dennis Aogo, der den Part hätte spielen können, erhielt keinen neuen Vertrag. Ein doppeltes Loch klaffte auf der linken Außenbahn, das es für Königsblau zu stopfen galt. Da auch eine erneute Baba-Leihe aufgrund der kaum vorhersehbaren Rehabilitationszeit des Ghanaers hakte, schwenkte S04 um.

Transfer scheitert an „finanziellen Vorstellungen“

Etwas überraschend legte man sich in der Folge auf Bastian Oczipka fest, der schließlich für 4,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt kam. Der solide Linksverteidiger – der in Tedescos 3-4-3 im Mittelfeld gesetzt ist – war aber nicht die einzige Lösung. Wie Christian Heidel gegenüber ‚RevierSport‘ verrät, wollte man noch einmal nachlegen, befand sich mit einem anderen Spieler aus der Bundesliga schon in guten Gesprächen.

Wir haben darüber nachgedacht, noch einen Spieler für das linke Mittelfeld zu holen und haben Gespräche geführt“, erklärt der Sportvorstand. Dabei sei man mit einem Akteur aus der Bundesliga schon auf einem guten Weg gewesen, aber „bei den finanziellen Vorstellungen lagen wir zu weit auseinander.“

Dieses Gespräch habe Ende August, also kurz vor Toresschluss, stattgefunden. Um Ricardo Rodríguez, der im April bei Königsblau gehandelt worden war, ging es also nicht. Der Schweizer war schon Anfang Juni für 18 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zum AC Mailand gewechselt. Und allzu viele Kandidaten, die für Schalke sportlich infrage kämen, deren Gehalt aber nicht stemmbar ist, gibt es in der Bundesliga nicht.

Baba bleibt auf dem Radar

Über einen etatmäßigen Backup für Oczipka verfügt der luftig besetzte Kader von Schalke entsprechend weiterhin nicht. Fällt der 28-Jährige einmal aus, wird Daniel Caligiuri voraussichtlich in dessen Rolle schlüpfen. Eine Notlösung.

Für den Winter wird sich Königsblau daher mit Alternativen befassen (müssen). Eine davon wird abermals Baba sein, nach dann hoffentlich auskuriertem Kreuzbandriss. „Baba bleibt erstmal bei Chelsea. Und im Winter sehen wir die Situation“, sagt der Berater des ghanaischen Nationalspielers dieser Redaktion.