Hasan Salihamidzic hat ausführlich zu den Transferplänen des FC Bayern Stellung bezogen. Im Sport Bild-Interview kündigt der Sportdirektor an: „Wir werden noch einige Transfers machen.“ Der Bosnier ist federführend beim von der Vereinsspitze geforderten Kader-Umbruch.

Die Verpflichtung von Benjamin Pavard (22) ist bereits eingetütet. Der Franzose kommt im Sommer für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart. Pavard werde „der vierte Innenverteidiger“, sagt Brazzo. Rückschlüsse auf die Zukunft von Jérôme Boateng und Mats Hummels will der 42-Jährige aber nicht ziehen.

Salihamidzic schwärmt von Davies

Erst kürzlich beim Rekordmeister angekommen ist Alphonso Davies (19). Salihamidzic schwärmt: „Alphonso hat große Qualitäten, ich habe keine Zweifel, dass er sich durchsetzen wird. Er verstärkt uns schon jetzt.“ Den Kanadier von den Vancouver Whitecaps ließ sich der FCB zehn Millionen Euro kosten.

Dauerthema an der Säbener Straße sind derweil die Personalien Callum Hudson-Odoi (18) und Lucas Hernández (22). Der Transfer des Flügelspielers vom FC Chelsea soll noch im Winter klappen. „Wir wollen den Spieler verpflichten. Ich bin von seinen Fähigkeiten voll und ganz überzeugt. Wir sind in Gesprächen mit Chelsea“, sagt Brazzo.

Gespräche wegen Hernández

Der Poker um Abwehr-Allrounder Hernández von Atlético Madrid gestaltet sich dagegen schwieriger. Salihamidzic verrät: „Wir haben bereits Gespräche geführt, es wird weitere geben. Dass er im Winter kommt, ist unrealistisch.“ Für festgeschrieben 80 Millionen Euro ist der französische Weltmeister zu haben.

Bei nahezu jedem Topklub begehrt sind die Youngster Matthijs de Ligt (19) und Frenkie de Jong (21) von Ajax Amsterdam. Auch die Bayern haben das talentierte Duo registriert. „Beide sind sehr gute Spieler mit großer Entwicklungskraft. Aber wir müssen sehen, was wir im Sommer für einen Bedarf haben“, äußert sich Salihamidzic in diesem Fall verhalten.

„Nicht Stil des FC Bayern“

Mit James Rodríguez (27) verfügen die Bayern zudem über einen Leihspieler von Real Madrid, dessen Zukunft weiter offen ist. Beim Publikum ist der Spielmacher wesentlich beliebter als bei Trainer Niko Kovac. Entsprechend zurückhaltend sagt Brazzo: „Wir schauen uns die Rückrunde an und werden die richtigen Schlüsse ziehen.“

Die Kaufoption für James liegt bei 42 Millionen Euro. Dass diese nur gezogen wird, um den Linksfuß gewinnbringend weiterzuverkaufen, ist laut Salihamidzic „nicht Stil des FC Bayern. Wenn wir uns für einen gestandenen Spieler entscheiden, dann bleibt er auch Teil des FC Bayern“.

Problem Kahn?

Seine eigene Zukunft knüpft Salihamidzic indes an die Wertigkeit seines Postens. Hinsichtlich der geplanten Verpflichtung von Oliver Kahn für den Vorstand sagt der einstige Rechtsaußen: „Wenn sie sich für einen anderen Sportvorstand als mich entscheiden, bin ich nicht mehr der richtige Sportdirektor.“

Noch ist unklar, in welcher Rolle Kahn genau zu den Bayern stoßen soll. Denkbar ist, dass der ehemalige Bayern-Kapitän die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender antreten wird. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Schließlich verlängerte Rummenigge unlängst bis Ende 2021.