Alexander Meier ist eine Klublegende bei Eintracht Frankfurt. Es spielt seit 2004 ununterbrochen am Main. Die Fans lieben ihn. Seine Trainer setzten auf Meier. In der Vereinsführung wird das Nordlicht seit Jahren geschätzt. Immerhin hat er schon 378 Mal die Knochen für die Hessen hingehalten. Doch es hätten deutlich mehr Einsätze sein können. In den vergangenen Jahren verpasste der 34-Jährige jeweils große Teile der Saison wegen Verletzungen. Das letzte Mal brachte er es 2012/13 auf mehr als 30 Ligaspiele.

Nun stehen die Verantwortlichen der Eintracht vor der wichtigen und schwierigen Frage: wie geht es weiter mit Meier? Denn der Vertrag des schleichenden Angreifers läuft zu Saisonende aus. Trainer Niko Kovac betonte in der Vergangenheit immer wieder die Wichtigkeit seines Spielführers. Doch klar ist auch, die Spielweise des Tabellensiebten hat sich gewandelt. Das Umschaltspiel rückte vermehrt in den Fokus. Die Eintracht suchte in den vergangenen Transferperioden Offensivakteure mit mehr Tempo als ihre oft unbeteiligt wirkende Nummer 14.

Zwar sagt Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing im ’kicker’ stellvertretend für den gesamten Verein: „Alex hat den totalen Rückhalt des Vereins. Wir werden ihn unterstützen, wo wir können.“ Doch ob der Kontrakt nur deshalb verlängert wird, ist noch völlig offen. Steubing äußert sich auch dazu: „Wir werden mit ihm seriös und ehrlich sprechen, wie die beste Lösung aussieht. Seine Verdienste werden wir berücksichtigen, das ist vollkommen klar.

Drei Varianten denkbar

Vertragsverlängerung mit dem Fanliebling: Sollten sich die Frankfurter dazu entscheiden mit dem baumlangen Offensivmann zu verlängern, wäre ein Ein-Jahres-Vertrag mit leistungsbezogenen Bezügen am logischsten. Voraussetzung dafür wäre eine vollständige Genesung Meiers von seinen anhaltenden Fußproblemen und die volle Rückendeckung von Kovac. Die Eintracht würde kein hohes Risiko eingehen und dem Fan-Wunsch nachkommen, den 136-fachen Torschützen nicht einfach vor die Tür zu setzen. Die Verbundenheit mit dem Torjäger ist groß.

Abschied vom Fußballgott: Die Verantwortlichen könnten sich angesichts des finanziellen Kraftakts auf dem Transfermarkt in diesem Sommer darauf einigen, den Vertrag auslaufen zulassen. Diese Variante würde wohl nur wenig Anklang finden. Meiers Art kommt an. Der ruhige Vertreter hinterließe eine große Lücke in der Hierarchie des Teams. Zudem steht außer Frage, dass es neben Neuzugang Haller und eben Meier keinen Spieler mit ausgeprägtem Torriecher im Kader gibt. Meier müsste sich anschließend die Frage stellen, ob er seine Karriere fortsetzen will.

Stand-by-Profi Marke „Hyypiä“: Eine nicht zu unterschätzende Zwischenlösung stellt eine Übergangssaison dar. Meier könnte sich komplett auf seine Genesung konzentrieren und im Anschluss dem Team als Ersatz für die Stammformation zur Verfügung stehen. Der Trainer stände nicht unter Druck, den Anführer schnellstmöglich in die Formation zu bringen. Sein Gehalt würde der Einsatzzeit angepasst werden. Parallel dazu hätte Meier die Chance sich in Strukturen des Vereins einzuarbeiten. Beispielsweise als Praktikant im Management oder als unterstützender Co-Trainer. Eine Grundlage für die Einbindung des ehemaligen U21-Nationalspielers wäre geschaffen. Bayer Leverkusen setzte dieses Modell einst erfolgreich mit seinem späteren Chefcoch Sami Hyypiä um.

FT-Meinung: Die dritte Lösung scheint für alle Seiten nur Vorteile zu bieten. Der Spieler und die Fans könnten noch eine Spielzeit in Eintracht verbringen. Meiers Zeit am Main müsste nicht mit seiner aktiven Karriere zu Ende gehen. Zudem würde der Stürmer die Vereinskasse nicht allzu sehr belasten.