Im November 2011 übernahm Nasser Al-Khelaïfi das Präsidentenamt bei Paris St. Germain. Der steinreiche Katari drehte den Klub auf links mit dem großen Ziel, den Champions League-Pott unter den Eiffelturm zu holen. Geklappt hat das bis heute nicht, lediglich auf nationaler Ebene räumt PSG ab, was nicht niet- und nagelfest ist.

Spätestens im Viertelfinale war in den vergangenen Jahren für die Franzosen Endstation. 2017 schoss der FC Barcelona die Pariser nach einer historischen Aufholjagd mit 6:1 aus dem Camp Nou, 2018 zog man gegen Real Madrid den Kürzeren. Nun hat PSG den englischen Rekordmeister Manchester United vor der Brust – und das zuletzt strauchelnde Schwergewicht kommt gerade wieder ins Rollen.

Momentum bei Manchester

Seit Ole Gunnar Solskjaer die Nachfolge von José Mourinho angetreten hat, haben die Red Devils zehn von elf Spielen gewonnen. Verletzungen haben die Engländer nicht zu beklagen. Die Voraussetzungen für den Showdown im Theater der Träume könnten also kaum besser sein.

Ganz anders die Ausgangslage bei PSG. Gleich drei Stammspieler muss Trainer Thomas Tuchel ersetzen. Neben Neymar fallen auch Mittelstürmer Edinson Cavani und Rechtsverteidiger Thomas Meunier aus. Tuchel bringt das nicht aus der Ruhe. Der Ex-Dortmunder werden dann eben „auf Plan D zurückgreifen“.

Doch auch Tuchel ist „besorgt, weil Schlüsselspieler fehlen. Für die großen Spiele in der Champions League ist es absolut notwendig, auf solche Spieler mit viel Erfahrung setzen zu können.“ Grünes Licht gibt es immerhin für Mittelfeldlenker Marco Verratti, der wegen einer Knöchelverletzung fehlte, gegen Girondins Bordeaux (1:0) am Samstag aber sein Comeback gab.

Choupo-Moting keine Option

Wahrscheinlichster Ersatz für Meunier ist derweil Routinier Dani Alves. Einen adäquaten Ersatz für Neymar und Cavani zu finden, gestaltet sich schwieriger. Eric Maxim Choupo-Moting durfte sich gegen Bordeaux 90 Minuten präsentieren, konnte aber nicht überzeugen. Für den gebürtigen Hamburger steht in dieser Saison erst ein Torerfolg zu Buche.

Tuchel deutete an, dass ein Startelf-Einsatz gegen United eher keine Option ist: „Heute hatte er ein oder zwei hochkarätige Chancen. Aber aktuell fällt es ihm schwer zu treffen. Er muss weiter draan arbeiten und positiv bleiben. Er kann uns in großen Spielen mit seiner Erfahrung als Bankspieler helfen.“ Wahrscheinlich scheint, dass Kylian Mbappé den Part im Sturmzentrum übernimmt – mehr als eine D-Lösung.

So könnten sie spielen

Manchester United

Paris St. Germain