Abgesänge auf Marcel Schmelzer gab es in den vergangenen Jahren viele. Daran ändern konnte auch die Kapitänsbinde nichts, die der Linksverteidiger 2016 von Mats Hummels geerbt hatte – im Gegenteil. Es scheint fast so, als würde der 30-Jährige ohne die Last des Kapitänsamtes befreiter aufspielen.

Schmelzer ist hinten links unumstritten

Schmelzer ist in dieser Saison ungewöhnlich unumstritten. Der Abwehrspieler stand bislang immer in der Startelf und verpasste lediglich beim Bundesliga-Auftaktspiel gegen RB Leipzig (4:1) die letzten drei Spielminuten. Gegen die Sachsen unterstrich Schmelzer seine starke Frühform. Seine Flanke auf Mahmoud Dahoud leitete nach dem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand die Wende ein.

Gerade zielgenaue Flanken waren in den vergangenen Spielzeiten nicht gerade die Spezialität des Kapitäns. Zwar rutschte ihm ausgerechnet im Bernabéu eine solche raus, die Pierre-Emerick Aubameyang zum zeitweisen 1:2 (Endstand 2:3) gegen Real Madrid verwandeln konnte. Die Vorlage war aber auch die einzige, die in der kompletten vorangegangen Saison heraussprang.

In diesem Jahr überzeugt Schmelzer auch defensiv und macht seine Seite dicht. Gänzlich schuldlos war der Magdeburger am vergangenen Wochenende gegen die TSG Hoffenheim zwar nicht, als er vor dem 0:1-Führungstreffer durch Joelinton konsequenter hätte klären müssen, am Stellenwert bei Lucien Favre wird das aber mit Sicherheit nichts ändern.

Schmelle findet „Reset-Knopf“

Diese Saison ist auch für ihn so etwas wie ein Neustart“, erklärte Sportdirektor Michael Zorc vergangene Woche im ‚kicker‘ und freut sich, dass Schmelzer „den Reset-Knopf“ gefunden hat: „Er hatte keine gute Vorsaison, wie fast alle im vergangenen Jahr. Aber er hat eine sehr konzentrierte Vorbereitung gespielt. Ich habe den Eindruck, er will es noch mal richtig wissen.“ Dieser Eindruck ist nicht von der Hand zu weisen.