Shanghai IPG gegen Urawa Red Diamonds und Guangzhou Evergrande Taobao gegen Kashima Antlers. So lauten zwei der vier Viertelfinalpartien des asiatischen Pendants zur Champions League. 2:2 und 0:0 endeten diese beiden Partien im Hinspiel. Somit ist im jeweiligen Duell zwischen China und Japan am Dienstag beziehungsweise am Mittwoch noch Spannung garantiert.

In den vergangenen zwei Jahren konnten sich die beiden japanischen Vereine jeweils einmal Asiens Krone aufsetzen. Vor zwei Jahren kürte sich Urawa zum Klubasienmeister, im Jahr darauf dann Kashima, das sich im Halbfinale dem späteren Weltpokalsieger Real Madrid (1:3) geschlagen geben musste.

„Der japanische Messi“

Trotz des Erfolgs in Asien spielen die eigentlichen Hoffnungsträger des Fußball-Landes allesamt bereits in Europa. Der prominenteste Japaner, der zuletzt immer wieder auch in spanischen Medien im Rampenlicht stand, ist wohl Takefusa Kubo. Der 18-Jährige war im Sommer vom FC Tokio zu Real Madrid gewechselt und wurde promt zu Ligakonkurrenten und Aufsteiger RCD Mallorca verliehen, wo er auf Einsatzminuten sammeln darf.

Dabei ist Kubo in Spanien kein Unbekannter. In jungen Jahren bereits in der weltberühmten Nachwuchsabteilung „La Masia“ des großen FC Barcelona aktiv, zog es ihn 2015 wieder in die Heimat. Dort wurde er mit 15 Jahren zum jüngsten Spieler der J-League-Geschichte und absolvierte 24 Spiele in der höchsten japanischen Spielklasse. Anschließend ging es zum zweiten Mal nach Europa.

Kubo ist aber beileibe nicht das einzige Beispiel dafür, dass sich „Nippon“ auf dem aufsteigenden Ast befindet. Mit Hiroki Abe (20) wechselte beispielsweise ein weiteres Talent nach Spanien. Beim FC Barcelona ist der Offensivspieler aber zunächstfür die zweite Mannschaft eingeplant.

Eredivisie als Sprungbrett?

Im vergangenen Monat wechselte außerdem Ritsu Doan ligaintern vom FC Groningen zur PSV Eindhoven. Trotz seiner erst 21 Jahre hat der Rechtsaußen bereits 66 Eredivisie-Spiele auf dem Buckel. Doan ist dabei nicht die Ausnahme: Neben ihm haben mit Yuta Nakayama, Sai van Wermeskerken (beide PEC Zwolle), Ko Itakura (FC Groningen), Keito Nakamura (Twente Enschede) und Yukinari Sugawara (AZ Alkmaar) fünf weitere japanische Youngster den Sprung in die Niederlande gewagt.

Aber auch in anderen Topligen sind Japaner beheimatet. Takehiro Tomiyasu (20) hat bereits 17 Partien für die Nationalmannschaft absolviert und schloss sich dem FC Bologna an. In Salzburg sorgen die beiden Offensivspieler Masaya Okugawa und Takumi Minamino für Belebung bei RB. In Portugal spielen außerdem Daizen Maeda (21, CS Maritimo) und Shoya Nakajima (25, FC Porto).

Shinji Kagawa, Shinji Okazaki, Maya Yoshida, Yuto Nagatomo oder Keisuke Honda. Große Namen, die teilweise auch in der Bundesliga gespielt haben. Während in den vergangenen Jahren teilweise Japaner im zweistelligen Bereich in der Bundesliga vertreten waren, spielen in dieser Saison nur deren drei in Liga eins. Daichi Kamada und Makoto Hasebe bei Eintracht Frankfurt und Yuya Osako bei Werder Bremen nehmen bei ihren Klubs dabei bisher eine tragende Rolle ein.

2018 war für Japan mal wieder im Achtelfinale Schluss bei einer Weltmeisterschaft. Die aufgezählten Namen machen dem viermaligen Asienmeister jedoch Hoffnung, in Zukunft womöglich eine größere Rolle im Weltfußball spielen zu können. Der nächste Anlauf erfolgt dann bei der WM 2022 in Katar. Höchstwahrscheinlich mit Kubo, Abe und dem Rest der Goldenen Generation.