Julian Nagelsmann wird sich noch über den dritten Platz gefreut haben, den er am letzten Spieltag der Saison 2017/18 mit der TSG Hoffenheim feiern durfte, als ihn ein Anruf aus Madrid erreichte. Am anderen Ende der Leitung sprach José Ángel Sánchez in den Hörer, seines Zeichens Generaldirektor von Real Madrid.

Bei dem Gespräch ging es um nichts Geringeres als den Trainerstuhl bei den Königlichen. Diesen lehnte der damals 30-jährige Hoffenheim-Coach aber ab. „Es ist normal, dass du ins Nachdenken kommst, wenn Real Madrid dich anruft. Ich war zuerst überrascht, habe es abgewogen und hatte kein gutes Gefühl, dorthin zu gehen“, erläutert der heutige Trainer von RB Leipzig seine Entscheidung gegenüber dem ‚Independent‘.

Noch nicht reif genug

Sich selbst betrachtet der jüngste Trainer der Bundesligahistorie als zu unerfahren für den Job bei einem so großen Verein wie Real Madrid: „Ich will mich verbessern. Wenn du zu Real Madrid gehst, hast du keine Zeit, dich als Trainer zu verbessern. Du musst schon der Beste sein. Das bin ich aber nicht.“

Für die Zukunft schließt der gebürtige Landsberger aber nichts aus. Dabei setzt er sich hohe Ziele: „Ich kann aber sagen, dass ich in Zukunft einer der besten Trainer sein will. Wenn du zu Real Madrid oder nach Barcelona gehst, geben dir die Fans, die Medien und die Verantwortlichen dafür keine Zeit.“

Aktuell kreisen Nagelsmanns Gedanken ohnehin nur um RB Leipzig. Mit den Sachsen trifft er in der kommenden Woche (Mittwoch, 21 Uhr) im Champions League-Achtelfinale auf Tottenham Hotspur. Setzt er sich gegen die Engländer durch, wird man das in Madrid sicherlich zur Kenntnis nehmen.