Kurz vor Weihnachten schien es, als stehe einer königsblauen Zukunft von Sead Kolasinac nichts mehr im Wege. Die ‚Recklinghäuser Zeitung‘ meldete, der Bosnier werde seinen im Sommer auslaufenden Vertrag im neuen Jahr verlängern. Trotz eines schnellen Dementis seines Beraters war es nur noch eine Frage der Zeit, ehe der 23-Jährige seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier setzen würde – dachte man jedenfalls.

Italienischen Medien zufolge kommt es nun aber doch anders. Wie ‚Sky Italia‘ behauptet, hat Schalke 04 das Rennen um Kolasinac gegen Juventus Turin verloren. Die Alte Dame habe mit dem wuchtigen Linksverteidiger Einigung erzielt. Im Sommer werde er ablösefrei vom Ruhrgebiet ins Piemont wechseln und dort Patrice Evra ersetzen, der den Verein verlassen möchte – womöglich in Richtung Manchester United, von wo der 35-Jährige vor eineinhalb Jahren nach Turin kam. Auf Nachfrage relativiert der TV-Sender dann aber, Juve habe lediglich sein Einverständnis gegeben, den Linksverteidiger in die Alpenstadt zu lotsen.

Winter-Wechsel ausgeschlossen

Zuletzt wurde kolportiert, die Bianconeri würden Kolasinac gerne schon im Winter verpflichten. Das schließt S04-Manager Christian Heidel den ‚Ruhr Nachrichten‘ zufolge aber aus. Kontakt zwischen dem bosnischen Nationalspieler und dem italienischen Rekordmeister will er aber nicht dementieren: „Der Spieler ist ja im Sommer zu haben, insofern würde das nicht gegen die Regeln verstoßen.“

In der Montagsausgabe des ‚kicker‘ betont Kolasinac in einem Interview, dass sein Fokus auf Schalke liegt. Es gebe in puncto Vertragsverlängerung aber keinen neuen Stand, wenngleich die Gespräche mit Königsblau laufen. Interesse der Alten Dame will er nicht bestätigen. Ob es schon eine Entscheidung gibt? „Ich weiß, was ich will“, sagt Kolasinac klar. Mit anderen Klubs als Schalke beschäftige sich der Linksfuß „gar nicht“. Berater Gordon Stipic kommentiert den Bericht aus Italien folgendermaßen: „Es gibt nichts zu vermelden.

FT-Meinung: Kolasinacs Zögern verheißt nichts Gutes für Schalke 04. Musste der 23-Jährige noch zu Beginn der Saison um einen Anschlussvertrag in Gelsenkirchen bangen, weckt er aufgrund seiner jüngsten Leistungen nun Begehrlichkeiten bei größeren Klubs. Er lotet seine Möglichkeiten aus, und Juve ist mit Sicherheit keine uninteressante. Der Bosnier könnte Evra beerben und mit Alex Sandro den Platz hinten links ausspielen. Zudem träfe er in der Alpenstadt auf seinen bosnischen Nationalmannschaftskollegen Miralem Pjanic. Gut vorstellbar, dass beide aktuell in regem Austausch stehen.