Als Kapitän und Führungsspieler wechselte Julian Baumgartlinger vergangenen Sommer von Mainz 05 zu Bayer 04. Dass er bei der Werkself einen anderen Platz einnehmen würde, dessen war sich der reflektierte österreichische Nationalspieler wohl bewusst. Etwas mehr Einfluss auf das Spiel der Rheinländer hatte sich der 29-Jährige aber dann doch erhofft.

Erst zum Ende der Saison, unter der Führung von Tayfun Korkut, konnte sich Baumgartlinger ins Team spielen. Unter Heiko Herrlich aber wurden die Karten wieder neu gemischt. Zudem holte Bayer mit Dominik Kohr einen Akteur zurück, der von ähnlichen Qualitäten zehrt wie der Baumgartlinger. Und Herrlich scheint auf Kohr zu setzen: Nicht umsonst verlängerte der Rückkehrer kürzlich bis 2021 und ließ sich im Zuge dessen seine Ausstiegsklausel über vier Millionen Euro streichen.

Beobachtet wird Baumgartlingers Situation offenbar auch in der Lombardei. Mehr noch. Wie ‚Sky‘-Journalist Gianluca Di Marzio berichtet, hat Giovanni Sartori, Technischer Direktor von Atalanta Bergamo, bereits Kontakt zu Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler aufgenommen. Dabei sei es um Bayers generelle Bereitschaft gegangen, Baumgartlinger ziehen zu lassen.

Sartori sei schon vergangenen Samstag beim Freundschaftsspiel der Werkself gegen Celta Vigo (3:3) zu Gast gewesen, um den Mittelfeldmotor unter die Lupe zu nehmen. Der aber spielte gar nicht, was am Interesse aus Bergamo Norditalien nichts änderte. Baumgartlingers Kontrakt in Leverkusen ist noch bis 2020 gültig.

PlausibelFT-Meinung: Baumgartlinger, der für vier Millionen Euro aus Mainz kam, spielt keine Schlüsselrolle in den Plänen von Bayer. Gesetzt sein dürfte ohnehin Lars Bender. Mit Kohr wäre Ersatz da. Und auch Sven Bender könnte im Zweifel aushelfen. Ein lukratives Angebot aus der Lombardei würden sich die Bayer-Bosse sicherlich anschauen. Abzuwarten bleibt auch in diesem Zusammenhang, ob Kevin Kampl noch verkauft wird.