Werder-Schock: Fünf mögliche Kruse-Nachfolger

So recht hat man beim SV Werder den Schock über den Abschied von Max Kruse noch nicht verarbeitet. Doch es hilft alles nichts. Frank Baumann muss nun einen Spieler finden, der ähnliche Qualitäten wie der spielstarke Linksfuß mitbringt. Ansonsten fehlt dem Werder-Spiel ein entscheidendes Element. FT hat fünf mögliche Kandidaten ausfindig gemacht.

Max Kruse nimmt bei Werder den Hut
Max Kruse nimmt bei Werder den Hut ©Maxppp

Michael Gregoritsch (25/FC Augsburg): Der Linksfuß vom FCA kommt Kruse als Spielertyp relativ nahe. Etwas mehr Kopfballstärke, dafür eine Spur weniger Genialität bringt der Österreicher mit. Ansonsten bewegt sich Gregoritschs Spiel in ähnlichen Sphären wie Kruses: Gerne als hängende Spitze, dennoch aber mit vielen Wegen in den Strafraum. Laut ‚Mein Werder‘ zeigen die Bremer schon länger Interesse und notieren den Namen seit einigen Tagen wieder sehr weit oben auf der Liste. Sein Vertrag in Augsburg läuft allerdings noch bis 2022, günstig wäre Gregoritsch somit nicht. Er ist nach momentanem Stand der Favorit auf das Kruse-Erbe.

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Hany Mukhtar (24/Bröndby IF): Auch das Werder-Interesse an dem Spielmacher vom dänischen Erstligisten Bröndby ist verbrieft. Bereits im April berichtete FT exklusiv, dass die Grün-Weißen den gebürtigen Berliner ins Visier genommen haben. Der Kruse-Abschied könnte noch einmal Bewegung in die Personalie bringen. Zwar verkörpert Mukhtar einen anderen Spielertypen, das wäre aber nach der Verpflichtung von Niclas Füllkrug kein Hindernis. Der Rückkehrer könnte in vorderster Front agieren, Mukhtar als pass- und dribbelstarker Zehner eine Linie dahinter – wahlweise auch auf beiden Seiten, die Kohfeldt selten mit echten Flügelstürmern besetzt.

Shinji Kagawa (30/kehrt zu Borussia Dortmund zurück): Ein ähnliches fußballerisches Profil wie Mukhtar weist auch Kagawa auf. Der kleine Techniker wird nach halbjährigem Gastspiel bei Besiktas vorerst zum BVB zurückkehren. Dort hat er allerdings keine Zukunft. Die Istanbuler ihrerseits würden Kagawa gerne festverpflichten, ein dauerhafter Wechsel in die Türkei ist aber alles andere als in Stein gemeißelt. Ob der Japaner ein Thema an der Weser wird, müssen Baumann und Kohfeldt in den kommenden Wochen erörtern.

Yunus Malli (27/VfL Wolfsburg) Ebenfalls keine Zukunft bei seinem Arbeitgeber hat nach aktuellem Stand Malli. Der dynamische Ballschlepper war zumindest unter Bruno Labbadia meist außen vor. Zeigen muss sich noch, welche Pläne Neu-Trainer Oliver Glasner mit Malli verfolgt. Sollte der Rechtsfuß verfügbar sein, wäre er eine mögliche Variante für das Kruse-Erbe. Die absolute Torgefahr lässt Malli zwar vermissen, dafür gefällt er mit schnellen Dribblings und gut getimten Pässen in die Schnittstellen.

Maximilian Philipp (25/Borussia Dortmund): Die Variante Wucht verkörpert der 25-jährige Philipp, der im Sommer wie Teamkollege Kagawa auf den Transfermarkt kommt. Philipp ist schnell, dynamisch, hat einen starken rechten Fuß und geht gerne in die Tiefe. Er ist allerdings deutlich mehr Zielspieler als Passgeber. Das unterscheidet ihn grundlegend von Kruse. Darüber hinaus wäre ein Kauf für Werder wohl nicht zu finanzieren, infrage käme nur eine Leihe. Deshalb ist Philipp in diesen Gedankenspielen nur Außenseiter.

FT-Meinung

Ganz ohne direkten Kruse-Ersatz wird Werder nicht in die kommende Saison gehen. Den Verlust an Kreativität kann Neuzugang Füllkrug nicht auffangen, auch wenn er in Bremen auf einer ähnlichen Position zum Einsatz kommen wird. Das durch den Kruse-Abgang eingesparte Budget plus X dürfte in einen weiteren Transfer wandern.

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