Bayern-Flirt Agoumé: „Einer der Besten Europas“ am Scheideweg

Der FC Bayern hat Lucien Agoumé auf dem Zettel. Doch hat der erst 18-jährige Sechser, der bei Spezia Calcio nur die Ersatzbank drückt, das Zeug für den Rekordmeister?

Lucien Agoumé im Dress des französischen Nationalteams
Lucien Agoumé im Dress des französischen Nationalteams ©Maxppp

Mit nur 16 Jahren schaffte Lucien Agoumé 2019 beim FC Sochaux den Sprung zum Stammspieler in der Ligue 2, anschließend führte er Frankreichs U17 als Kapitän zum dritten Platz bei der WM in Brasilien. Folglich standen dem Sechser viele Türen offen, auch RB Leipzig war ernsthaft interessiert.

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Doch Agoumé tauschte die so wichtige Spielpraxis auf Profiniveau gegen die Jugendabteilung von Inter Mailand ein. 4,5 Millionen Euro investierten die Nerazzurri – nur, um Agoumé lediglich dreimal bei den Profis einzusetzen. Immerhin wurde der heute 18-Jährige unter Trainer Antonio Conte „taktisch besser“, wie er der ‚L'Équipe‘ verriet.

S04 und Gladbach interessiert

Klar war im Sommer jedoch, dass eine Luftveränderung her musste. Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach sollen an einer Leihe interessiert gewesen sein, die Wahl fiel jedoch auf Spezia Calcio. Doch beim italienischen Tabellen-14. läuft es für Agoumé (drei Einsätze) nur unwesentlich besser als bei Inter.

Berater Oscar Damiani polterte bereits bei ‚Tuttomercatoweb.com‘: „Er ist einer der besten jungen Spieler Europas. Aber in Italien haben die Trainer nicht den Mut, junge Spieler spielen zu lassen.“ Spricht wohl dafür, es in einem anderen Land zu probieren – zum Beispiel Deutschland, wo in den vergangenen Jahren viele französische Talente den Durchbruch schafften.

Passsicherer Balleroberer

Die ‚Sport Bild‘ bringt Agoumé in ihrer aktuellen Ausgabe mal wieder mit dem FC Bayern in Verbindung. FT kann nach Recherchen in Frankreich bestätigen, dass die Münchner Agoumés Entwicklung schon seit Jahren verfolgen.

Beim FCB spielen zwar viele Franzosen – einfach wäre der Durchbruch beim amtierenden Champions League-Sieger aber sicher nicht. Zudem sollen die Bayern auch noch andere Kaliber auf ihrem Mittelfeld-Zettel haben.

Als Spielertyp könnte Agoumé durchaus ins FCB-Raster passen. Der Rechtsfuß ist sowohl ein guter Balleroberer als auch ein sicherer Passspieler. Körperlich ist der 1,85 Meter große Teenager zudem bereits weit entwickelt. Vorstellbar, dass Agoumé im Sommer den Kaderplatz von Javi Martínez (32) einnimmt. Der Baske hat seinen Abschied bereits angekündigt.

FT-Meinung

perspective

Aus Bayern-Sicht ist das Interesse am hochtalentierten Agoumé nachvollziehbar, es wäre ein risikoarmer Perspektiv-Transfer. Aus Spieler-Sicht muss der nächste Karriereschritt aber zwingend zu mehr Spielpraxis führen, Agoumé steht nach vielversprechendem Karrierestart schon jetzt am Scheideweg. In München wären Einsätze wahrlich nicht garantiert – bei anderen Bundesligisten schon eher.

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