Der FC Bayern arbeitet an einer Leihe von Nicolas Jackson vom FC Chelsea. Mit dem Stürmer ist sich der Rekordmeister schon einig. Doch passt Jackson – unabhängig vom Geld – nach München?

Pluspunkte
Quote: Zwar ist Jackson bei Chelsea nur noch dritte Wahl – europaweit findet man aber keinen jüngeren Stürmer als den gerade 24-jährigen Jackson, der in drei aufeinanderfolgenden Saisons in Top-Fünf-Ligen zweistellig getroffen hat. Jacksons Premier League-Bilanz ist durchaus beachtlich: In 65 Spielen schoss er 24 Tore und gab zehn Vorlagen. In Spaniens La Liga stehen 35 Partien, zwölf Tore und fünf Assists zu Buche.
Physis: Jackson ist 1,87 Meter groß, gut austrainiert, dadurch präsent, schnell unterwegs und ein echtes Laufmonster: Mehr als 25 Sprints pro 90 Minuten bedeuteten in der Premier League Platz drei. Eine Eigenschaft, die bestens zu Bayerns pressingintensivem Spiel passen würde.
Kane-Backup: Bayerns gesetzter Mittelstürmer Harry Kane ist bereits 32 Jahre alt und hatte schon lange keine ausgiebige Sommerpause mehr. Um den Engländer zu entlasten, könnte ein zweiter Mittelstürmer von Format für die Münchner Gold wert sein.
Minuspunkte
Kombinationsschwäche: In der sauberen Ballverarbeitung und im Kombinationsspiel hat Jackson noch deutliche Schwächen – wenngleich immer wieder mal ein Geistesblitz dabei ist. Zudem vergibt er gerne mal eine hochkarätige Torchance. Gerade für recht junge Mittelstürmer ist das aber nicht ungewöhnlich.
Fehlende Flexibilität: Für Chelsea spielte Jackson in den vergangenen beiden Saisons nur als Mittelstürmer, Einsätze als Flügelspieler fallen zurück in seine Zeit beim FC Villarreal. Die Bayern bräuchten eigentlich eine flexiblere Lösung für die Offensive. Ein spannendes mögliches Modell gibt es aber dennoch: Jackson spielt als Neuner, während der spielstärkere Kane auf die Zehn ausweicht.
Kartenflut: Dass Jackson bei Chelsea nicht mehr erste Wahl ist, liegt weniger an der Torquote oder seinem Talent als vielmehr an Disziplinlosigkeiten auf dem Feld. Eine Mischung aus Tollpatschigkeit und Jähzorn brachten dem senegalesischen Nationalspieler in seiner Chelsea-Zeit schon aberwitzige 18 Gelbe sowie zwei Rote Karten ein. Ein Handicap, dem sich auch die Bayern bewusst sein müssen.
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