Fünf Tore bei 13:0-Kantersieg: Traoré das nächste Ajax-Supertalent?

Es war ein historischer Tag für Ajax Amsterdam: Mit einem 13:0 gegen die VVV-Venlo feierte der niederländische Rekordmeister den höchsten Sieg in der Geschichte der Eredivisie. Ein Mann stach dabei besonders hervor – der erst 19-jährige Lassina Traoré machte beim Kantersieg fünf Tore selbst und bereitete dazu noch drei Treffer vor.

Lassina Traoré klatscht mit Antony ab
Lassina Traoré klatscht mit Antony ab ©Maxppp

Nur echte Fußballexperten dürften den Namen Lassina Traoré bis vor kurzem auf dem Zettel gehabt haben. Spätestens nach seiner Gala-Vorstellung in Venlo wird sich das allerdings geändert haben. Der 19-jährige Stürmer aus Burkina Faso stellte die Abwehr des Gegners mit seiner Kopfballstärke und seiner körperlichen Robustheit ein ums andere Mal vor Probleme. Insgesamt an acht der 13 Tore war er unmittelbar beteiligt.

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Aus Burkina Faso in die Champions League

Der Karriereweg des Youngsters ist durchaus interessant: Im Jahr 2017 wechselte der damals 16-jährige Traoré von seinem Heimatverein Rahimo FC aus Burkina Faso zum in Südafrika ansässigen Ajax-Tochterklub Ajax Cape Town. Dort sollte der schnelle Mittelstürmer, der in Afrika schon damals als großes Talent galt, behutsam aufgebaut und auf eine Zukunft im Profiteam von Ajax vorbereitet werden. Knapp anderthalb Jahre später schaffte er dann auch den Sprung nach Europa zum 26-fachen niederländischen Meister.

Zunächst kam Traoré vor allem in der zweiten Mannschaft der Godenzonen zum Einsatz und zeigte dort von Anfang an, über welch enormes Potenzial er verfügt. In seinem ersten halben Jahr erzielte er in 14 Spielen acht Tore in der zweiten Liga der Niederlande – eine Quote, die er im Folgejahr noch steigern sollte: 13 Tore und sieben Vorlagen in 17 Partien standen für den Angreifer zu Buche.

Durch seine konstant guten Leistungen wurde er schon Ende 2019 von Ajax-Trainer Erik ten Hag dauerhaft in die Profimannschaft befördert. Schon damals zeigte sich der Coach beeindruckt vom aufsehenerregenden Nachwuchsspieler: „Er ist physisch sehr stark und bringt sehr viel Geschwindigkeit mit. Ich sehe eine sehr gute Entwicklung bei ihm.“

In seinem ersten Spiel von Beginn an gelang dem Nationalspieler aus Burkina Faso gleich sein erstes Tor, ein weiteres folgte in der durch die Corona-Pandemie verkürzten Rückrunde der vergangenen Saison. Das nächste Highlight folgte für Traoré dann am vergangenen Mittwoch: Beim 0:1 gegen den FC Liverpool kam er zu seinem Debüt in der Champions League.

Nach Kudus-Verletzung bald schon Leistungsträger?

Ohne Frage ist Traoré ein weiteres Juwel aus der hochgelobten Ajax-Nachwuchsabteilung, dem voraussichtlich die Zukunft gehört. Auch in der Gegenwart nimmt das verheißungsvolle Talent schon eine wichtige Rolle ein. Neben dem 37-jährigen Ex-Schalker Klaas-Jan Huntelaar ist er derzeit der einzige nominelle Stürmer im Kader der Amsterdamer.

In den ersten Saisonspielen nahmen auch die gelernten offensiven Mittelfeldspieler Zakaria Labyad und Mohammed Kudus schon die Position im Sturmzentrum ein. Nachdem sich Letzterer allerdings im Spiel gegen den FC Liverpool verletzte und wohl mehrere Monate ausfällt, ist die Personalsituation noch einmal schwieriger geworden.

So ist zu erwarten, dass Traoré gerade nach seinem Fünferpack gegen Venlo in Zukunft noch viel häufiger zum Einsatz kommt und mehr Verantwortung übernehmen muss. Ob ihm das als eher unerfahrener Spieler gelingt und ob er dem Druck gewachsen ist, wird die Zeit zeigen.

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