In sportlicher Hinsicht kann man bei Borussia Dortmund die drei vermeidbaren Unentschieden in Folge kritisieren. Darüber hinaus fällt aber auch die oft dünnhäutige Außendarstellung der BVB-Repräsentanten auf. „So spielt keine Spitzenmannschaft“, ließ sich beispielsweise Michael Zorc nach dem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt zu einer Aussage hinreißen, die nicht gerade zur Beruhigung beigetragen hat. Gleiches gilt für das „Mentalitäts“-Interview von Marco Reus. Hinter den Kulissen scheint es bei der Borussia ordentlich zu brodeln.

Wie die ‚Sport Bild‘ berichtet, sind einige schwarz-gelbe Profis mit den taktischen Fesseln sowie der von Lucien Favre präferierten Zuordnung bei Standards unzufrieden. Der Schweizer schwört auf eine Raumdeckung bei Ecken, was am vergangenen Wochenende gegen den SV Werder bereits zum dritten Saison-Gegentor nach einer Ecke geführt hat.

Daneben missfallen einigen Stars dem Sportblatt zufolge die zu engen taktischen Vorgaben des Trainers. Favre ist ein begnadeter Analytiker, der jeden Gegner bis aufs Kleinste vorbereitet. Gleichzeitig erwartet er von seinen Spielern, den vorgegebenen Gameplan umzusetzen. Das führe allerdings dazu, dass sich die fußballerischen Freigeister eingeengt und gehemmt fühlen.

FT-Meinung: Noch kann man beim BVB nicht von einer Krise sprechen. Lediglich ein Saisonspiel ging bislang verloren und der FC Bayern ist an der Tabellenspitze in keinster Weise enteilt. Aufgrund der unnötigen Unentschieden der vergangenen Woche bleibt nun aber kein Spielraum mehr für Fehler – weder heute Abend bei Slavia Prag noch am kommenden Wochenende beim starken Sport-Club aus Freiburg. Grundlegende Fragen dürften bei negativem Verlauf noch intensiver diskutiert werden.