Tor

Manuel Neuer: Sein Ausflug in der 13. Minute, als er weit vor seinem Tor einen Steilpass abfing, erinnerte stark an die WM 2014. In der 40. Minute parierte der Kapitän den ersten Gäste-Torschuss spektakulär, ehe er in der 76. Minute sogar einen Elfmeter abwehrte. Statement-Spiel des Platzhirschen im Kampf um die Nummer eins.

Abwehr

Lukas Klostermann: Der Leipziger war mehr Rechtsaußen als Rechtsverteidiger. Ständig auf dem Weg nach vorne, kam er immer wieder in Flankenpositionen. Seine Hereingaben fanden aber nur selten einen Abnehmer. Im Kombinationsspiel vorhersehbar, aber sicher.

Matthias Ginter: Der Gladbacher Lokalmatador war sehr offensivfreudig unterwegs. Prüfte in der 15. Minute aus dem Spiel heraus Keeper Gutor, ehe er kurz vor der Pause per Hacke für die deutsche Führung sorgte. Ginters erster Länderspieltreffer. Legte obendrein noch Kroos‘ Tor zum 3:0 vor.

Robin Koch: Da sein Nebenmann ständig auf dem Weg nach vorne war, agierte der Freiburger mitunter in Libero-Manier als einzige deutsche Absicherung. Insbesondere im zweiten Abschnitt schwamm Koch bedenklich. Verursachte den weißrussischen Elfmeter und hatte Glück, dass er für seine Notbremse nur Gelb sah.

Nico Schulz: Ebenfalls sehr offensiv unterwegs, wurde Schulz nicht so oft ins Offensivspiel einbezogen wie Pendant Klostermann. Unauffällige Partie des Dortmunders, dessen technische Schwächen mitunter nicht durch sein Tempo zu kompensieren waren.

Mittelfeld

Joshua Kimmich: Als alleiniger Sechser gab Kimmich den Sparringspartner für Gündogan und Kroos. Der Münchner sicherte die beiden Spielmacher ordentlich ab und suchte mit Ball am Fuß auch selbst fast immer den vertikalen Pass, um dem deutschen Spiel Tiefe zu verleihen.

Ilkay Gündogan: Der England-Legionär reihte sich nahtlos ins deutsche Kombinationsspiel ein und versuchte es immer wieder mit schwierigen Lob-Bällen hinter die Abwehr. Damit blieb Gündogan lange glücklos, belohnte sich aber noch mit dem Assist zum 4:0.

Toni Kroos: Der beste Mann auf dem Platz. Wie gewohnt war Kroos der Taktgeber im deutschen Spiel. Bereitete das 2:0 per flacher Ecke vor und traf wenig später technisch sauber zum 3:0. Das 4:0 erzielte der Real-Star in Weltklasse-Manier aus der Drehung.

Angriff

Leon Goretzka: Nominell als Rechtsaußen aufgeboten, rückte Goretzka immer wieder als Abnehmer für hohe Hereingaben ins Zentrum und machte somit Klostermann Platz für dessen Vorstöße. Kurz nach der Pause traf der Münchner technisch anspruchsvoll zum 2:0 – per Fuß.

Serge Gnabry: Der Münchner probierte viel, blieb aber häufig hängen. Den Führungstreffer durch Ginter bereitete Gnabry dann aber mit einer präzisen Hereingabe vor. Hat schon deutlich bessere Spiele für die Nationalelf absolviert. Nach 83 Minuten hatte der Angreifer Feierabend.

Timo Werner: Werner war umtriebig und fand bei nahezu all seinen Aktionen den Abschluss. Bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute blieb der Leipziger dabei aber glücklos – wie so oft im Nationalmannschaftstrikot.

Torfolge

41’: 1:0 Ginter (Hacke, Gnabry)
49’: 2:0 Goretzka (Rechtsschuss, Kroos)
55’: 3:0 Kroos (Rechtsschuss, Ginter)
84’: 4:0 Kroos (Linksschuss, Gündogan)

Einwechslungen

ab 68. Julian Brandt für Werner: Etwas überraschend nicht in der Startelf, versuchte Brandt in den verbleibenden Minuten auf sich aufmerksam zu machen. Etwas Zählbares sprang dabei nicht heraus. Note: 3,5.

ab 84. Luca Waldschmidt für Gnabry: Der Freiburger musste nach einem Zusammenprall mit Gutor nach nur sechs Minuten wieder raus. Ohne Note.

ab 90. Sebastian Rudy für Waldschmidt: Durfte noch sein 29. Länderspiel verbuchen. Ohne Note.

Die Noten