Godzilla“, „Naturgewalt“, „unfassbar geil“ – nur einige der Begriffe, mit denen Erling Haaland in den Fanforen von RB Salzburg bereits vor dem gestrigen Abend bedacht wurde. Selbst die ‚Marca‘ nannte den Norweger schon Ende September eine „unaufhaltsame Bestie“.

Diese Naturgewalt fegte gestern über den bemitleidenswerten KRC Genk hinweg. Die Limburger, immerhin amtierender belgischer Meister, fanden in 90 Minuten (6:2) keine Mittel gegen Haaland und seine kongenialen Sturmpartner Hee-chan Hwang und Takumi Minamoto. Was dieses Trio mit Genk in der ersten Halbzeit veranstaltete, kam einer Demütigung gleich.

Quote à la Messi und Ronaldo

Ein lupenreiner Hattrick sprang letztlich für den 1,94-Hünen heraus. Es waren seine Tore 15, 16 und 17 – in Worten: siebzehn – in der gerade erst neun Partien alten Saison. Ein Quote, die man in den vergangenen Jahren nur von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo kannte – die diese beiden aber auch noch nicht in Haalands Alter vorweisen konnten.

Zur Erinnerung: 19 Jahre ist der Blondschopf erst alt, hat aber schon jetzt einen Körper wie ein Baum. Robust, schnell, technisch stark – Haaland fehlt es an nichts, um ein Weltklassestürmer zu werden. Ob er die österreichische Bundesliga oder die Königsklasse kurz und klein schießt, ist ihm völlig egal. Haaland will immer treffen.

„Erling ist verrückt“

So erbarmungslos der Teenager auf Torejagd geht, so herzlich beschreiben ihn seine Mitstreiter außerhalb des Platzes. „Erling ist einfach ein guter Junge, ein guter Mensch“, schwärmt sein Trainer Jesse Marsch, „jeder aus dieser Mannschaft liebt ihn und er hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Wir haben viel Spaß mit ihm.“

Das bestätigt eine Anekdote, die RB-Verteidiger Maximilian Wöber im Anschluss an die Salzburger Champions League-Party gegen Genk zum Besten gab: „Unser Kapitän (Christoph Ulmer, Anm. d. Red.) ging mit seiner Tochter spazieren. Dann hielt ein Auto an. Erling war drinnen und kurbelte das Fenster herunter. Da saß er und hörte sich die Champions League-Hymne an.“ Klarer Fall: „Erling ist verrückt.

Prädestiniert für die Premier League

Verrückt sind auch die Zahlen, die von Haaland am Ende der Saison zu erwarten sind, wenn er gesund bleibt. Bereits jetzt scheint Österreich zu klein zu sein für den Goalgetter, der erst im Januar für fünf Millionen Euro von Molde FK nach Salzburg gewechselt war.

Prädestiniert wäre Haaland mit seiner Spielanlage ganz sicher für die Premier League, was nicht nur sein Vater so sehen dürfte: Alf-Inge Haaland kickte in England für Nottingham Forest, Leeds United und Manchester City, Sohnemann Erling kam 2000 in Leeds auf die Welt. Für die Haalands würde sich ein Kreis schließen.