Berühmter Vater

Thuram. Der Name wird in Frankreich und der Welt nicht in erster Linie mit Marcus, sondern mit Vater Lilian verbunden. Der ehemalige Weltklasse-Verteidiger spielte 140 Mal für die Équipe Tricolore und wurde 1998 Weltmeister. Lilian dürfte mit dem Gladbach-Wechsel übrigens zufrieden sein – soll er doch schließlich seinem Sohn die Bundesliga als nächsten Karriereschritt ans Herz gelegt haben.

Buffons erster Gedanke

Durch seinen Vater kennt Marcus Thuram auch Gianluigi Buffon. Während seiner Präsentation bei PSG vor rund einem Jahr wurde die Torwart-Legende gefragt, was er denn so über die Ligue 1 wisse. Buffons erster Gedanke: „Den Sohn von Thuram kenne ich, da ich mit Lilian lange zusammengespielt habe.“ Nach dem Aufeinandertreffen im August tauschten Marcus und Buffon, die 20 Jahre auseinander liegen, schließlich die Trikots. Schön.

Variabel einsetzbar

Groß und stabil gebaut, ballsicher, torgefährlich sowie ein hervorragendes Kopfballspiel: Eigentlich bringt Thuram alles mit, um als Mittelstürmer Karriere zu machen. Bei EA Guingamp musste der 21-Jährige aber meist auf dem linken Flügel ran. Dieses Thema dürfte sich in Gladbach jedoch schnell erledigt haben. Trainer Marco Rose setzt auf ein 4-4-2 mit Raute, in dem es keine klassischen Flügelspieler gibt.

Neymars Aufforderung

From Zero to Hero to Zero. Elfmeter begleiteten Thuram durch die vergangene Saison. Beim sensationellen Pokalsieg in Paris (2:1) verschoss der Rechtsfuß zunächst. In der Nachspielzeit gab es dann erneut Strafstoß. Und ausgerechnet Neymar ermutigte den Jungstar, wieder anzutreten, wie Thuram später preisgab. „Wenn du ein großer Spieler werden willst, musst du Persönlichkeit zeigen“, sagte der PSG-Superstar. Thuram schoss und traf zum Sieg.

Weniger gut lief es hingegen am 36. Spieltag der Ligue 1. Um den letzten Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt zu ergreifen, brauchte Guingamp einen Sieg bei Stade Rennes. Doch in der 92. Minute verschoss Thuram den entscheidenden Elfer. Guingamp stieg letztlich als Tabellenletzter ab. Mit in die zweite Liga muss der Neu-Gladbacher aber nicht.

Gut beraten

Lilian Thuram, Gianluigi Buffon, Neymar: Marcus Thuram ist in seiner jungen Karriere schon so einigen Koryphäen der Fußballwelt über den Weg gelaufen. Beinahe logisch, dass auch der Berater eine große Nummer sein muss. Mit Mino Raiola vertritt kein Geringerer als der Branchenführer Thuram. Schön, dass der einstige Pizzabäcker neben dem Transfertheater um Paul Pogba noch Zeit fand, einen seiner noch unbekannteren Schützlinge bei der Borussia unterzubringen.