Bislang ist Dayot Upamecano wohl nur eingefleischten Experten des französischen Fußballnachwuchs‘ oder der österreichischen Bundesliga ein Begriff. Aber auch bei den internationalen Topklubs ist der 18-jährige Franzose längst kein Unbekannter mehr. Manchester United wollte den Innenverteidiger bereits im Winter 2015 bei dessen Jugendverein FC Valencienne loseisen, konnte sich mit den Nordfranzosen aber nicht auf eine Ablöse einigen.

Wechsel wider Willen

Im darauffolgenden Sommer beschäftigten sich auch der FC Arsenal, Juventus Turin sowie Paris St. Germain und Olympique Marseille mit dem damals frischgebackenen U17-Europameister. Der Youngster hatte sich zwar für einen Wechsel zu den Red Devils entschieden, da Red Bull Salzburg aber bereit war, mehr Geld zu zahlen, arrangierte Valencienne den Transfer in die Mozartstadt. Trotz der für österreichische Verhältnisse amtlichen Ablösesumme von 2,2 Millionen Euro wurde Upamecano allerdings zunächst in der zweiten Mannschaft einsortiert.

In diesem Sommer streckte Schwesterklub RB Leipzig die Fühler aus, das Verteidigertalent lehnte allerdings ab. „Ich bin mir sicher, dass ich mich hier noch verbessern kann“, war sich der gebürtige Franzose mit Wurzeln in Guinea-Bissau sicher – er sollte recht behalten. In der laufenden Saison kommt Upamecano auf 15 Pflichtspieleinsätze. Sein wohl schillerndstes Meisterstück lieferte er am gestrigen Donnerstag ab.

Balotelli ausgeschaltet

Im Europa League-Duell mit der französischen Überraschungsmannschaft OGC Nizza bekam es der Youngster mit Mario Balotelli zu tun, der in dieser Saison unter Coach Lucien Favre zu alter Stärke zurückfindet. Upamecano brachte den 26-jährigen Italiener an den Rand der Verzweiflung und schaltete ihn nahezu vollends aus.

Er hat herausragende Qualitäten, um ein Topverteidiger zu werden. Er hat bereits in jungen Jahren die französischen Auswahlteams geführt. Die Entscheidung, nach Österreich zu wechseln, war für beide Seiten die beste. Er weiß, was er will und wir werden ihm helfen, sich in Salzburg zu entwickeln“, gab zuletzt RB-Trainer Óscar García zu Protokoll.

United und Barça senden Scouts

Fraglich ist jedoch, wie lange sich Upamecano noch in der Alpenrepublik entwickeln darf. Der FC Barcelona und Manchester United entsandten vor kurzem ihre Spielerbeobachter gen Österreich. Und man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass Ralf Rangnick längst Pläne mit dem kommenden Topverteidiger hat. Bis 2018 steht der vierfache U19-Nationalspieler noch in Salzburg und damit beim Red Bull-Konzern unter Vertrag. Vereinsseitig könnte der Kontrakt um ein weiteres Jahr per Option ausgedehnt werden.

Überraschend wäre es daher nicht, wenn Upamecano spätestens ab der kommenden Saison in Sachsen aufläuft. Aber auch den übrigen Bundesligisten kann man den Innenverteidiger nur wärmstens ans Herz legen. Anlegen müsste man sich aber wohl mit ManUnited, das den aufstrebenden Innenverteidiger im zweiten Versuch ins Old Trafford lotsen will.