Bayer 04: Kader-Baustellen geschlossen – bleibt die Werkself stabil?

Bei Bayer Leverkusen tat sich in der abgelaufenen Wechselperiode einiges. FT nimmt die Transferaktivitäten der Werkself unter die Lupe.

Mitchel Bakker (m.) zwischen Odilon Kossounou (l.) und Jonathan Tah
Mitchel Bakker (m.) zwischen Odilon Kossounou (l.) und Jonathan Tah ©Maxppp

Bei Bayer Leverkusen drehte man in diesem Sommer an einigen Stellschrauben. Mit Gerardo Seoane (Young Boys Bern) wurde ein neuer Trainer verpflichtet, der die Mannschaft bislang offenkundig erreicht. Sieben Punkte aus drei Bundesligaspielen lassen sich als Erfolg verbuchen. Doch die Frage, die alle unterm Bayer-Kreuz umtreibt, lautet: Bringt der Schweizer endlich die sehnlich erwartete Stabilität?

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Abgänge

Im abgelaufenen Transferfenster legte Bayer den Baustein für eine potenziell erfolgreiche Saison. Man trennte man sich von Spielern, die zuletzt nur zweite Wahl waren: Aleksandar Dragovic (Roter Stern Belgrad, ablösefrei), Tin Jedvaj (Lokomotiv Moskau, vier Millionen), Mitchell Weiser (Werder Bremen, Leihe), Demarai Gray (FC Everton, zwei Millionen) sowie Wendell (FC Porto, vier Millionen) verließen die Werkself.

Zugänge

Doch insbesondere auf Seite der Zugänge tat sich einiges – die Kaderbaustellen wurden allesamt zumindest auf dem Papier geschlossen. Für die Linksverteidiger-Position kam Mitchel Bakker von Paris St. Germain, den Abgang von Flügelspieler Leon Bailey (Aston Villa, 32 Millionen) soll Amine Adli (FC Toulouse) kompensieren, an dem unter anderem auch der FC Bayern konkretes Interesse bekundete.

Sowohl Adli als auch Bakker bringen großes Potenzial mit und kosteten die Leverkusener jeweils relativ gesehen günstige sieben Millionen Euro. Mit Blick auf die zuvor spärlich besetzte Abwehrzentrale schlug man doppelt zu: Piero Hincapié (River Plate, sechs Millionen) und Odilon Kossounou (FC Brügge, 23 Millionen) sollen die zuweilen anfällige Bayer-Defensive stabilisieren.

Insbesondere Kossounou verfügt über großes Potenzial – und ähnelt in seiner Spielweise Edmond Tapsoba, der sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga entwickelte. Mit dem erst 16-jährigen Zidan Sertdemir (FC Nordsjaellland, zwei Millionen) und Robert Andrich (Union Berlin, sechs Millionen) holten die Rheinländer zwei Spieler für das zentrale Mittelfeld an Bord.

Zweifel bleiben trotz starkem Kader

Die Abschiede der vielseitig einsetzbaren Bender-Brüder, die am Saisonschluss ihre Karriere beendeten, wurden also aufgefangen. Zudem besitzt Leverkusen mit Spielern wie Moussa Diaby, Exequiel Palacios oder auch den bei der vergangenen Europameisterschaft groß aufspielenden Patrik Schick hohe Qualität im Kader.

Doch letzte Zweifel nach der Beständigkeit bleiben naturgemäß beim Werksklub bestehen. In der vergangenen Saison beendete Bayer die Hinrunde als Tabellendritter, letztlich gelang mit Mühe die Qualifikation für die Europa League (Platz sechs). Läuft es in dieser Saison anders? Man darf gespannt sein – das Fundament ist gelegt.

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