Wolfsburg-Interesse: Dárdai öffnet die Tür

Der VfL Wolfsburg befindet sich weiter auf Trainersuche. Das Vertrauen in Interimslösung Valérien Ismaël scheint begrenzt. Der erste Topkandidat ist mittlerweile vom Markt, der nächste gibt sich kryptisch.

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Pál Dárdai freut sich auf Allan
Pál Dárdai freut sich auf Allan ©Maxppp

Auch unter Valérien Ismaël hält die Talfahrt des hochambitionierten VfL Wolfsburg an. In zwei Bundesligapartien setzte es zwei weitere Niederlagen für den Pokalsieger von 2015. Mittlerweile wurden die Wölfe bis auf Relegationsplatz 16 durchgereicht. Das Vertrauen in den Interimstrainer hat wohl nur noch bis zur anstehenden Länderspielpause bestand, anschließend soll eine neue, renommierte Lösung her. Manager Klaus Allofs gehen jedoch die Kandidaten aus.

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André Villas-Boas, der lange heiß gehandelt wurde, unterschrieb in China bei Shanghai Dongya. Am gestrigen Donnerstag brachte der ‚kicker‘ in Pál Dárdai eine weitere interessante Personalie ins Gespräch. Der Coach trainiert seit rund zwei Jahren mit durchschlagendem Erfolg Hertha BSC. Derzeit rangiert er mit den Berlinern in der Spitzengruppe der Liga. Von der ‚Bild‘ auf ein Interesse aus Wolfsburg angesprochen, gibt er sich kryptisch.

Verhandlungen im Frühjahr

„Ich arbeite bei Hertha, mein Herz gehört diesem Verein. Aber Fakt ist auch, dass man als Trainer eben nicht wie als Spieler über 15 Jahre bei einem Verein bleiben kann,“ erläutert er und ergänzt: „Deshalb muss man immer gut arbeiten, um auch gute Angebote zu erhalten.“ Bei der Alten Dame kassiert der Ungar derzeit ‚nur‘ 700.000 Euro jährlich. In Wolfsburg würde ihm neben einem höheren persönlichen Salär auch ein weitaus umfangreicheres Transferbudget zur Verfügung stehen, aus dem er eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen formen könnte.

Dárdai weiter: „Zuletzt haben sich fünf oder sechs Berater bei mir gemeldet, von lukrativen Anfragen geredet. Man muss sehen, was die Zukunft bringt.“ Der 40-Jährige stellt aber gleichzeitig klar, dass sein Herzensklub für ihn derzeit Priorität genießt: „Ich habe einen Einjahresvertrag, setze mich mit Manager Michael Preetz immer im Frühjahr zusammen und dann reden wir. Sind beide Seiten zufrieden, geht es immer weiter in Berlin.“

FT-Meinung: Dass sich Dárdai in Berlin und insbesondere bei der Hertha pudelwohl fühlt, ist nicht geheuchelt. Immerhin ist er seit beeindruckenden 20 Jahren im Verein. Dennoch ist dem intelligenten Taktikfuchs bewusst, dass er seine Trainerkarriere eines Tages andernorts fortführen könnte. Somit hält er sich durch seine Aussagen alle Türen offen. Während der laufenden Saison wird er die Hertha auf Champions League-Kurs nicht verlassen. Im Sommer könnte hingegen das ganz große Geld aus Wolfsburg winken. Klaus Allofs wird dranbleiben.

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