Droht der Bundesliga ein neuer Wettskandal?

Robert Hoyzer assoziiert jeder Fußballfan mit Wettbetrug. Womöglich wird die Bundesliga nun erneut von einem ähnlichen Skandal heimgesucht: Eine Studie sorgt für Aufsehen und legt den Schluss nahe, dass in Fußballdeutschland zuletzt nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Robert Hoyzer war im Zentrum des ersten Wettskandals
Robert Hoyzer war im Zentrum des ersten Wettskandals ©Maxppp

Der Bundesliga könnte unter Umständen ein neuer Wettskandal ins Haus stehen. Wissenschaftler der Universtäten Bielefeld, Pennsylvania und West Virginia haben eine Studie veröffentlicht, laut der es in einem Zeitraum von fünf Jahren zu Auffälligkeiten gekommen ist.

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Das ‚WDR‘-Magazin ‚Sport inside‘ berichtet unter Berufung auf die Ausführungen, dass die Rede von „möglichem Wettbetrug und Korruption“ ist. Konkret gehe es um Spiele, die unter der Leitung von drei anonymisierten Bundesliga-Schiedsrichtern stattfanden.

In einer Spanne zwischen der Saison 2010/11 bis 2014/15 seien Wetteinsätze auf 1.251 Bundesligaspiele beim Online-Anbieter ‚Betfair‘ analysiert worden. Thema sind die sogenannten Über/Unter-Wetten, bei denen gewettet wird, ob mehr oder weniger als 2,5 Tore pro Partie fallen – unabhängig davon, welches Team die Treffer erzielt.

Noch keine eindeutigen Beweise

Hier seien in besagtem Zeitraum und bei eben jenen drei Schiedsrichtern die Wetteinsätze „signifikant höher“ gewesen als gewöhnlich. Einen tatsächlichen Betrug beweist die Studie nicht, eine Manipulation sei aber nicht ausgeschlossen, erklärt Prof Dr. Christian Deutscher.

Der Rückschluss ist nicht möglich, dass man sagt, das ist definitiv Wettbetrug oder Wettbetrug würde hier vorliegen. Aber man beobachtet statistische Eigenschaften, die man auch erwarten würde, falls es Wettbetrug gäbe“, so die Einschätzung des Sportökonoms.

Anzeichen weisen auf Betrug hin

Auch Dr. Markus Knasmüller, der als Sachverständiger und Gutachter in die Thematik involviert ist, glaubt an Manipulation. „Wir haben hier einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Höhe der Wetteinsätze und der Schiedsrichterbesetzung“, sagt Knasmüller dem ‚WDR‘.

Wir haben hier 26 Schiedsrichter, deren Spiele über die Jahre hinweg analysiert worden sind und man müsste glauben, dass die Ausreißer bei den Wetteinsätzen bei allen Schiedsrichtern ungefähr gleich verteilt sind. Hier haben wir aber eine Konzentration auf drei Schiedsrichter und nur bei diesen dreien kommen die Ausreißer de facto vor.“ Über/Unter-Wetten sind laut Knasmüller darüber hinaus die Wettart, „die man am einfachsten im Fußball manipulieren kann“.

Der DFB erklärte auf Nachfrage des Sportmagazins, dass seit 2005 „kein Spiel der Bundesliga oder 2. Bundesliga als manipulationsverdächtig eingestuft“ wurde. In jenem Jahr erschütterte der größte Wettskandal seit der Saison 1970/71 den deutschen Fußball. Vor allem Referee Robert Hoyzer erlangte damals traurige Berühmtheit. Ob eine ähnliche Affäre bevorsteht, ist wohl erst abzusehen, wenn weitere Details ans Licht kommen.

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