Boateng, Hummels, Müller: Löw wohl offen für Rückkehr

Seit 20 Monaten verzichtet Joachim Löw auf die Weltmeister Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller. Nun geht es um den Job des Bundestrainers, was eine Rückkehr möglich zu machen scheint.

Thomas Müller (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw
Thomas Müller (l.) mit Bundestrainer Joachim Löw ©Maxppp

Der Fahrplan ist klar: In einer Woche wird das DFB-Präsidium über die Zukunft von Joachim Löw entscheiden. Manager Oliver Bierhoff präsentiert dann vor dem Gremium eine Analyse des Spanien-Debakels (0:6) vom 17. November. Zuvor muss Löw seine Bewertung bei Bierhoff sowie den Präsidenten Fritz Keller und Peter Peters vortragen.

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Einem Bericht der ‚Bild‘ zufolge ist Löw im Grunde kämpferisch gestimmt, will seine Ära nicht nach 14 Jahren mit einer Klatsche beenden. Teil einer abermaligen Neuausrichtung könnte derweil eine Rolle rückwärts sein. Denn laut ‚Bild‘ soll der Bundestrainer „einer Rückholaktion von Thomas Müller (31), Mats Hummels (31) und Jérôme Boateng (32) offen gegenüberstehen“.

Im März 2019 hatte Löw die drei Weltmeister aussortiert. Damals befanden sich die Innenverteidiger Boateng und Hummels sowie Offensivmann Müller in einer Formkrise. Mittlerweile liefern alle drei wieder Weltklasse-Leistungen ab. Boateng und Müller als Stammspieler beim Champions League-Sieger FC Bayern, Hummels als souveräner Abwehrchef von Borussia Dortmund.

Die Mär von der „jungen Mannschaft“

Löws Plan, dass jüngere Akteure an Führungsaufgaben wachsen, ging nicht auf. Bester Beweis war die Blamage von Sevilla, als das DFB-Team sich zum einen wehr- und führungslos zeigte – und zum anderen auch nicht generalverjüngt daherkam, was gerne als Entschuldigung genommen wird. Der Altersschnitt betrug 27,3 Jahre. Die jüngsten deutschen Startelf-Spieler waren 24 Jahre alt.

FT-Meinung

Sie waren nicht zu jung, sondern zu schlecht an diesem Abend. Boateng, Hummels und Müller würden die Qualität im Team fraglos erhöhen. Löw müsste für eine Rückholaktion über seinen Schatten springen und einen kapitalen Fehler eingestehen. Auch wenn er vor den jüngsten Länderspielen noch sagte: „Das können wir jetzt nicht rückgängig machen.“ Wenn es um seinen Job geht, kann der Bundestrainer offenbar doch.

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