Finanzielle Krise: Keller skizziert Kölner „Sanierungsauftrag“

Mitte August entscheidet sich in den Conference League-Playoffs, ob es der 1. FC Köln in die Gruppenphase des Europapokals schaffen wird. Auch wenn die europäische dritte Liga weit weniger lukrativ als die Europa oder gar die Champions League ist, für die Kölner sind die Einnahmen essenziell.

Sportchef beim 1. FC Köln: Christian Keller
Sportchef beim 1. FC Köln: Christian Keller ©Maxppp

Jahrelange Misswirtschaft mit unter anderem viel zu hoch dotierten Spielerverträgen ging 2020 beim 1. FC Köln mit der beginnenden Corona-Krise eine toxische Verbindung ein. Im vergangenen Winter wurde das zu erwartende Minus nach der mittlerweile beendeten Saison nur allein aufgrund der Pandemie auf 73 Millionen Euro beziffert, die Schulden insgesamt auf fast 40 Millionen Euro.

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Keller beschreibt „klaren Sanierungsauftrag“

Die Konsolidierung des Klubs ist die Mammutaufgabe für den neuen Geschäftsführer Christian Keller. Gegenüber dem ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ malt der Manager ein düsteres Bild. Er habe einen „klaren Sanierungsauftrag“ angetreten. Große Sprünge sind da nicht zu erwarten. Vielmehr werden die Kölner „in den nächsten Jahren eher ein Entwicklungsklub sein. Anders können wir nicht gesund werden. Immerhin: Viel kränker können wir auch nicht mehr werden“.

Auswirkungen hat dies vor allem auf die Transferplanung. Arrivierte Bundesliga-Veteranen sind nicht drin. Vielmehr fahnden die Geißböcke nach Spielern, „die noch nicht zwingend Bundesliganiveau nachgewiesen, die aber das Potenzial dazu haben“. Dabei wird es vor allem auf Trainer Steffen Baumgart ankommen. Der Auftrag an den Übungsleiter sieht vor, seine „Spielidee zu verfestigen“ und dabei „jeden einzelnen Spieler weiterzuentwickeln“.

Musterbeispiel Maina

Perfekt ins Bild passt da die heutige Verpflichtung von Linton Maina. Der 22-jährige Flügelspieler kommt ablösefrei von Hannover 96 und unterschreibt für drei Jahre. „Linton ist ein sehr schneller Spieler, der in die Tiefe geht und stark im Eins-gegen-eins ist. Damit bringt er wichtige zusätzliche Offensiv-Elemente in unser Spiel. Linton besitzt damit auch die Voraussetzungen, um auf seiner Position Bundesliga spielen zu können“, so Keller.

Maina sowie die für zwei Millionen Euro festverpflichtete bisherige Mainz-Leihgabe Luca Kilian sollen helfen, dass der FC seine „sportlichen Mindestziele“ erreichen und „gleichzeitig gesunden“ kann. „Und wenn wir dann am Ende nur Zwölfter werden, kann das für die langfristige Entwicklung trotzdem sehr gut sein“, dämpft der Geschäftsführer schon jetzt die in Köln naturgemäß schnell ins Kraut schießenden Erwartungen.

Conference League als Rettungsanker

Helfen soll dabei auch die Conference League. Für die beiden diesjährigen Finalisten AS Rom und Feyenoord Rotterdam geht es in einer Woche neben dem Titel auch um zwei Millionen Euro reine Siegprämie. Allein der Finaleinzug spülte drei Millionen Euro in die Kassen. Sollten die Kölner Mitte August die Gruppenphase erreichen, sind ihnen noch vor dem ersten Spiel rund drei Millionen Euro sicher. Geld, das die klammen Rheinländer dringend benötigen.

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