Portugal im WM-Check: Der qualitativ beste Kader?

Portugal stellt bei der WM einmal mehr einen Top-Kader. Klappt es beim letzten Tanz von Cristiano Ronaldo mit dem ganz großen Wurf?

Die portugiesische Nationalmannschaft
Die portugiesische Nationalmannschaft ©Maxppp

Der Weg zur WM

Nach dem enttäuschenden Achtelfinal-Aus bei der Europameisterschaft musste Portugal wegen eines späten Gegentreffers gegen Serbien (1:2) in die WM-Playoffs. Dort schlug der Europameister von 2016 die Türkei (3:1) und Nordmazedonien (2:0) dann aber recht souverän. In der Nations League wurde Portugal Zweiter hinter Spanien. Das Testspiel am Donnerstag gegen Nigeria (4:0) macht dem Land Hoffnung auf eine erfolgreiche WM.

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Stärken & Schwächen

Der portugiesische Kader ist gespickt mit Stars aus Europa Topteams. In der Abwehr spielt mit Rúben Días der für viele beste Innenverteidiger der Premier League. João Cancelo und Bernardo Silva sind ebenfalls Stammkräfte bei Manchester City. In der Offensive um Cristiano Ronaldo tummeln sich weitere außergewöhnlich gute Einzelspieler.

Aber: Bei der Euro 2021 war Portugal auch schon top besetzt – bekam aber kein fluides Offensivspiel auf den Rasen und zeigte sich in der Abwehr mitunter tollpatschig. Zudem ist das Team im defensiven Mittelfeld zwar ordentlich, aber nicht weltklasse bestückt.

Der Trainer: Fernando Santos

Fernando Santos

Schon seit 2014 ist der 68-Jährige im Amt. 2016 sorgte er mit dem EM-Titel für den größten Erfolg der portugiesischen Fußballgeschichte. Seiner goldenen Generation will Santos nun mit dem WM-Titel die Krone aufsetzen. Der ehemalige griechische Nationalcoach ist dafür bekannt, seinen langjährigen Weggefährten die Treue zu halten. Rui Patrício (34) darf etwa weiter das Tor hüten, obwohl Diogo Costa (23) mit den Hufen scharrt.

Der Star: Cristiano Ronaldo

Nach seinem aufsehenerregenden Interview, bei dem er gegen Arbeitgeber Manchester United schoss, steht Cristiano Ronaldo noch mehr im Fokus als sonst. Der 37-Jährige kommt aus einer schwierigen Saisonhälfte. Im Nationalteam ist er dennoch der Kopf.

Naturgemäß wird das Turnier in Katar Ronaldos letzte Weltmeisterschaft sein. Um sein fußballerisches Werk zu vollenden, fehlt noch der goldene Pokal. Gelingt ihm das, würde er übrigens sofort zurücktreten, wie er ankündigte.

Player to watch: António Silva

Bei Benfica Lissabon erlebte António Silva in der laufenden Saison einen ganz steilen Aufstieg bis hin zum Stammplatz in der Innenverteidigung. Beim 4:0 gegen Nigeria debütierte der 19-Jährige dann auch für die A-Nationalmannschaft. Mit Pepe (39) liefert er sich nun ein Generationenduell um den Stammplatz an der Seite von Días.

Días hat mit 1,87 Metern Gardemaß für einen zentralen Verteidiger und agiert auf dem Platz schon äußerst selbstbewusst. So hat er beispielsweise kein Problem damit, Europameister Leonardo Bonucci mal mit erhobenem Zeigefinger die Meinung zu geigen. Selbstbewusstsein, das es bei der WM brauchen kann.

Die Topelf

Prognose

Portugal stellt in Spitze und Breite einen der nominell besten Kader der WM. Entsprechend ist das Team zum Favoritenkreis zu zählen. Die Gruppe mit Ghana, Uruguay und Südkorea ist gleich ein erster Prüfstein, schon im Achtelfinale droht Brasilien. FT sagt: Steht der Teamgedanke bei Portugal über Egoismen, kann der Weg bis ins Finale gehen.

Der Kader

Tor: Diogo Costa (FC Porto), José Sá (Wolverhampton Wanderers), Rui Patrício (AS Rom)

Abwehr: Diogo Dalot (Manchester United), João Cancelo (Manchester City), Danilo Pereira (Paris St. Germain), Pepe (FC Porto), Rúben Dias (Manchester City), António Silva (Benfica Lissabon), Nuno Mendes (Paris St. Germain), Raphaël Guerreiro (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: João Palhinha (FC Fulham), Rúben Neves (Wolverhampton Wanderers), Bernardo Silva (Manchester City), Bruno Fernandes (Manchester United), João Mário (Benfica Lissabon), Matheus Nunes (Wolverhampton Wanderers), Otávio Monteiro (FC Porto), Vitinha (Paris St. Germain), William Carvalho (Betis Sevilla)

Angriff: André Silva (RB Leipzig), Cristiano Ronaldo (Manchester United), Gonçalo Ramos (Benfica Lissabon), João Félix (Atlético Madrid), Rafael Leão (AC Milan), Ricardo Horta (SC Braga)

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