Borussia Dortmund ist in dieser Saison eine Mannschaft mit zwei Gesichtern. Zum einen gibt es den begeisternden BVB, der mit furiosem Offensivspiel seine Gegner an die Wand spielt. So wie in der zweiten Halbzweit beim 3:2 gegen Inter Mailand. Dann wiederum ist da der BVB aus dem Bayern-Spiel (0:4), der ängstlich auftritt und keine Gefahr ausstrahlt.

Auch für Klubpräsident Reinhard Rauball ist diese Inkonstanz ein Problem. „Wir erleben eine Mannschaft, die bisher keine Konstanz und keine Dauerhaftigkeit nachgewiesen hat. Daran muss gearbeitet werden - und ich nehme den Dezember jetzt mit dazu“, erklärt der 72-Jährige im Interview mit dem ‚kicker‘.

Der Glaube daran, dies mit der aktuellen Mannschaft schaffen zu können, ist bei Rauball noch da: „Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass in der Mannschaft mehr steckt, als das Negativ-Erlebnis in München vermuten lässt. Die volle Qualität war doch mitunter sichtbar - gegen Augsburg, Leverkusen, zweimal gegen Gladbach oder gegen Barcelona hat die Mannschaft schon gezeigt, dass sie Qualität hat, teilweise sogar unerwartet hohe Qualität.

Unterstützung für Favre

Auch von Trainer Lucien Favre scheint der Klubpräsident nach wie vor überzeugt zu sein. Rauball hatte vom Schweizer zuletzt gefordert, dass er Leichtigkeit und Spielfreude zurück in die Mannschaft bringen müsse. Das sei gelungen: „Dass wir gegen Wolfsburg die Leichtigkeit des Spiels gezeigt haben, gegen Inter in der zweiten Hälfte, auch gegen Gladbach, ist meine feste Meinung. Da hat Favre nachgewiesen, dass diese Dinge für uns nicht nur wichtig sind, sondern auch umgesetzt werden.

Auf die konkrete Frage, ob er mit Favre weiterhin glücklich sei, fasst Rauball zusammen: „Dass die von mir angemahnten Dinge in diesen erwähnten Spielen zu sehen waren, muss deutlich positiv bewertet werden.“

Meisterschaft bleibt das Ziel

Gleichzeitig formuliert der Klubpräsident das Saisonziel für den zuletzt wackelnden Trainer klar: Der Gewinn der Meisterschaft. „Mir ist nicht bekannt, dass sich bei uns jemand davon verabschiedet hat, den Versuch zu unternehmen, die Schale wieder nach Dortmund zu holen. Ich tue es jedenfalls nicht“, so Rauball.