Adrián Ramos hat die Nase voll von Teilzeiteinsätzen bei Borussia Dortmund. Der Kolumbianer ist laut einem Bericht des ‚kicker‘ „fest entschlossen, den BVB zu verlassen“. Und der Plan für den Abschied des Angreifers steht bereits: Der chinesische Klub Chongqing Lifan will Ramos ins Reich der Mitte holen – aber nicht sofort. Stattdessen plant der Erstligist die Verpflichtung des fast 31-Jährigen, um ihn anschließend zunächst beim FC Granada zu parken. Die beiden Vereine haben im Sommer eine Kooperation beschlossen.

Acht Millionen Euro bietet Lifan den Dortmundern, Ramos winkt ein Dreijahresvertrag. In der Rückrunde soll der Torjäger aber zunächst helfen, Granada vor der Zweitklassigkeit zu bewahren. Aktuell stehen die Südspanier auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt drei Punkte. Ob der BVB die lukrative Offerte annimmt, steht allerdings noch in den Sternen. Denn weil Pierre-Emerick Aubameyang für Gastgeber Gabun beim Afrika Cup aktiv ist, würde es aus Sicht der Schwarz-Gelben Sinn ergeben, Ramos erst Ende Januar die Freigabe zu erteilen.

Vier Kandidaten beim BVB

Generell sehen sich die Dortmunder auch ohne Ramos gut aufgestellt, was die Sturmmitte betrifft. Dies bekräftige Hans-Joachim Watzke zuletzt. Marco Reus beispielsweise könne die Position perfekt bekleiden, findet der Geschäftsführer: „Er könnte die Position in der Angriffsmitte ebenso wie André Schürrle wunderbar spielen. Marco ist nicht ganz so schnell, dafür abschlusssicherer und mittlerweile auch körperlich robuster.“

Kandidaten für die Sturmmitte mit großer Perspektive werden dennoch gehandelt. Unter anderem Rui Pedro vom FC Porto. Der 18-Jährige ist ein waschechter Mittelstürmer mit eingebautem Torriecher. Seit der laufenden Spielzeit steht er für die zweite Mannschaft seines Vereins auf dem Rasen. In elf Zweitligaspielen erzielte er dabei vier Treffer. In der UEFA Youth League läuft er noch für die A-Jugend auf und netzte satte sechsmal bei vier Einsätzen.

M’Baye Niang vom AC Mailand taucht zum wiederholten Mal im Zusammenhang mit der Borussia auf. Bereits in der vergangenen Saison wurde der 22-Jährige mit dem BVB in Verbindung gebracht. Der Franzose ist schnell, wuchtig und verfügt über ein starkes Dribbling, weswegen er bei Milan häufig auf den Außenbahnen zum Einsatz kommt.

Ein Auge hat die Borussia auch auf Jean-Kévin Augustin von Paris St. Germain geworfen. Der 19-jährige Mittelstürmer zählt zu den größten Talenten Europas. Mit der U19 der Grande Nation gewann der technisch versierte und äußerst antrittsstarke Mittelstürmer im vergangenen Sommer den EM-Titel. Insgesamt steuerte das PSG-Talent sechs Treffer bei und war auch im Finale gegen Italien (4:0) erfolgreich, als er den Torreigen mit dem ersten Treffer eröffnete.

Bliebe noch Guillermo May vom uruguayischen Erstligisten Club Nacional, der mit den Dortmundern ins Trainingslager nach Marbella reisen wird. Der 18-jährige Linksfuß besticht durch eine starke Ballbehandlung und ein robustes Durchsetzungsvermögen. Manch einer vergleicht Mays Spielweise gar mit der von Argentiniens Sturmlegende Gabriel Batistuta. Wenn er überzeugen kann, könnte ab Januar ein Vertrag beim BVB folgen.

FT-Meinung: Eigentlich darf sich die Borussia die winkende Ablöse für Ramos nicht durch die Lappen gehen lassen. Knapp zehn Millionen Euro für einen Ü30-Spieler, der seit Jahren fast nur noch als Joker zum Einsatz kommt – das liegt deutlich über dem Marktwert. Ein Risiko bleibt dennoch, denn keiner kann absehen, in welcher Form Aubameyang vom Afrika Cup zurückkehrt. Und auch der potenzielle Neuzugang muss sich erst einmal akklimatisieren. Es kommen also schwierige Entscheidungen auf Watzke, Zorc und Tuchel zu.