Armin Veh hat eine Spitze in Richtung seines Cheftrainers Stefan Ruthenbeck gesendet. Auf der Pressekonferenz vor der Partie bei RB Leipzig am kommenden Sonntag sagte der Sportdirektor des 1. FC Köln: „Der Trainer stellt nicht immer die Mannschaft auf, die ich im Kopf habe – aber vielleicht kommt das ja noch.“ Und fügte hinzu: „Er sieht die Jungs öfter.“

Anfang Februar hatte Ruthenbeck das Ruder beim Effzeh übernommen, wenig später stieg Veh als Nachfolger von Jörg Schmadtke ein und sprach dem gebürtigen Kölner rasch sein Vertrauen aus. Aus bisher neun Bundesligaspielen holten die Domstädter seitdem ordentliche elf Punkte. Dennoch rangiert man ob der Hypothek von nur drei Zählern aus den ersten 14 Partien weiter auf dem letzten Tabellenplatz.

Keine Versprechen

Ruthenbeck besitzt beim Vorjahresfünften noch einen Vertrag bis Saisonende. Bereits Anfang Februar hatte Veh, auf eine etwaige Verlängerung angesprochen, gesagt: „Nein, wenn ich etwas verspreche, dann muss ich es halten. So bin ich erzogen. Deshalb haben wir einen Vertrag bis zum 30. Juni ausgemacht. Ich habe ihm nicht versprochen, dass er bleibt, wenn wir den Klassenverbleib schaffen. So etwas tue ich nicht.“

Zwei Tage später verlor der Effzeh unnötigerweise mit 2:3 gegen Borussia Dortmund und Veh kritisierte erstmals seinen Coach: „Wir wollten am Ende einfach zu viel. Das war nicht klug. Man muss das Spiel auch lesen, und es gibt Situationen, in denen braucht man die drei Punkte nicht. Das war taktisch nicht richtig.“ Verantwortlich für die Niederlage machte er „in erster Linie den Trainer“. Ruthenbeck zeigte sich einsichtig, betonte jedoch, dass „nur Siege wirklich helfen“.

Abstieg rückt näher

Daran hat sich nichts geändert. Nur zwei Punkte aus den vergangenen vier Partien bedeuten einen neuerlichen Abwärtstrend in Köln. Der Rückstand auf Relegationsplatz 16 beträgt bereits neun Zähler. Der Klassenerhalt wird immer mehr zur Utopie. Veh hatte bereits bei seinem Amtsantritt angekündigt, zweigleisig planen zu wollen.

FT-Meinung: Dass der Neustart im Unterhaus mit Ruthenbeck angegangen wird, ist nach Vehs neuesten Aussagen immer unwahrscheinlicher. Der langjährige Bundesliga-Trainer scheint nicht wirklich zufrieden mit der Arbeit seines Coaches. Dass der 57-Jährige selbst auf den Trainerstuhl schielt, dementierte Veh aber zuletzt. Eine Neubesetzung zum Saisonende scheint jedoch in Stein gemeißelt. Zu deutlich ist die Kritik des Sportdirektors an Ruthenbeck.