Der VfL Wolfsburg machte in den vergangenen Jahren insbesondere Schlagzeilen mit Transfers von gestandenen Topspielern. So wechselten unter anderem Julian Draxler, Mario Gómez und André Schürrle in die Autostadt. Der sportliche Erfolg blieb aus. Kein Neuer konnte die vom Verein investierte Ablösesumme rechtfertigen. Nicht nur die ausbleibenden sportlichen Ergebnisse, sondern auch die komplizierte Lage rund um den Mutterkonzern Volkswagen veranlassen einen Strategiewechsel beim DFB-Pokalsieger von 2015. Die Förderung der eigenen Jugend soll wieder verstärkt in den Fokus rücken.

Im aktuellen Kader befinden sich mit Maximilian Arnold, Robin Knoche, Jannes Horn und dem zuletzt immer häufiger eingesetzten Paul Seguin schon einige vielversprechende Talente. Aus den jüngeren Jahrgängen kommen weitere interessantere Spieler nach, die das Potenzial haben, eines Tages in den Profibereich aufzusteigen. Bis es soweit ist, muss sich der VfL Wolfsburg mit den Avancen anderer Klubs auseinandersetzten.

Drei Talente auf dem Sprung?

Die Itter-Zwillinge sind Kennern der Szene längst ein Begriff. Beide durchliefen sämtliche Jugendmannschaften des DFB und standen im Kader für die U17-Europameisterschaft in diesem Jahr in Aserbeidschan. Während Davide-Jerome als rechter Verteidiger beim VfL im Einsatz ist, bearbeitet Gian-Luca die linke Seite. Zuletzt wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet.

Wie der ‚kicker‘ schreibt, haben der FC Arsenal und RB Leipzig ihre Fühler nach dem Zwillingspaar ausgestreckt, das jeweils bis 2018 an die Wölfe gebunden ist. Wehren dürften sich die Niedersachsen mit allen Mitteln. Olaf Rebbe, Sportlicher Leiter des VfL, versichert: „Wir sind im ständigen Austausch mit der Familie und dem Berater, alle Parteien streben eine langfristige Zusammenarbeit an.“

Den Kampf um ein Eigengewächs verloren hat der VfL offenbar bei Murat Saglam. Wie die ‚Times‘ berichtet, schließt sich der offensive Mittelfeldspieler, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, ablösefrei dem englischen Premier League-Klub West Ham United an. Bei den Hammers soll er einen Fünfjahresvertrag unterschreiben.Der 18-Jährige, an dem auch Tottenham Hotspur interessiert war, absolvierte noch kein einziges Spiel für die Profimannschaft der Wölfe. Die Scouts der englischen Klubs haben vielmehr seine Auftritte für die U19 der Türkei beeindruckt.

FT-Meinung: Wenn der VfL Wolfsburg in Zukunft tatsächlich den geplanten Strategiewechsel vollzieht, muss der Verein mehr denn je versuchen, eigenen Jugendspielern eine attraktive Perspektive zu bieten. Der VfL muss diese Youngsters frühzeitig ans Profi-Team heranführen, langfristig an den Verein binden und eine Philosophie implementieren, für die der Klub nach außen hin steht, um Avancen bekannter Talentfänger wie beispielsweise aus Leipzig Paroli bieten zu können. Damit sich ein Fall wie Julian Brandt, der 2014 für 350.000 Euro von den Wölfen zu Bayer Leverkusen wechselte, nicht wiederholt. Auf Klaus Allofs wartet demnach viel Arbeit.