Sechs Spiele verlor Lucien Favre vergangene Saison zum Auftakt. Noch wenige Wochen zuvor war der Trainer umjubelter Held bei Borussia Mönchengladbach. Man träumte wieder von einer langfristig erfolgreichen Zukunft. Nach dem Pleiten-Sextett aber schmiss der Schweizer bei den Fohlen hin. Max Eberl und die Borussia hätten gerne mit Favre weitergemacht, ihm zumindest noch eine Chance gegeben.

Es folgte U23-Coach André Schubert, der vorerst als Interimslösung gedacht war. Doch der 45-Jährige überzeugte Mannschaft und Verein mit seinem Konzept: einerseits taktisch, andererseits emotional. Schubert führte die Fohlenelf auf Rang vier und in die Champions League. Auch zu Saisonbeginn präsentierte sich der VfL in einer hervorragenden Verfassung. Sein erfolgreiches Konzept aber scheint zu bröckeln, es fällt langsam auseinander. Der Coach habe das Vertrauen der Mannschaft verloren, schreibt die ‚Sport Bild‘ am heutigen Mittwoch.

Vertrauen der Mannschaft schwindet

Das Fachblatt macht dies daran fest, dass Führungsspieler wie Christoph Kramer oder Lars Stindl unzufrieden scheinen und Anweisungen des Trainers gegen Hertha BSC (0:3) abwinkten. Aber nicht nur in der Mannschaft, auch in der Führungsebene verspiele Schubert zunehmend seinen Kredit, heißt es. Die ständigen Systemumstellungen seien zu viel für das junge Team, überfordern es. Das aber lässt sich leicht behaupten, läuft es gerade schlecht. Liefe es wie zu Saisonbeginn, wäre Schubert das taktische Genie.

Dennoch: Schuberts Trainerstuhl scheint angeritzt, obwohl er erst Ende September einen Vertrag bis 2019 am Niederrhein unterzeichnet hatte. Der Kontrakt wiederum ist eines von zwei Argumenten, die derzeit überhaupt noch für den Übungsleiter sprechen, berichtet die ‚Sport Bild‘ weiter. Das andere beziehe sich auf den Trainermarkt, der aktuell keinen geeigneten Alternativkandidaten anbiete. „Wir standen und stehen hinter André Schubert“, will sich Eberl (noch) auf keine Trainerdiskussion einlassen.

FT-Meinung: Dass Eberl sich noch auf keine Schubert-Diskussion einlassen will, liegt wohl auch an seiner Glaubwürdigkeit als Manager, die auf dem Spiel steht. Wer Ende September mit seinem Trainer verlängert und ihn zwei Monate später anzählt, der müsste sich eklatante Fehler eingestehen. Denkbar ist aber durchaus, dass die Borussia sich schon für den Ernstfall beraten hat: Also wenn es gegen den 1. FC Köln, Manchester City und die TSG Hoffenheim ebenfalls Niederlagen setzt.