So hatten es sich die Verantwortlichen von Hertha BSC Berlin um Manager Michael Preetz und Trainer Markus Babbel nach dem bitteren Abstieg vorgestellt: Eine Mannschaft mit Erstligaformat sollte schnellstmöglich die sofortige Rückkehr in die Bundesliga sicherstellen, um die Personalplanungen für das Oberhaus in Ruhe angehen zu können. Zehn Punkte Vorsprung erlauben es Preetz, Gespräche mit potenziellen Neuverpflichtungen bereits im April zu führen.

Für das Tor herrscht Kandidatenvielfalt

Besonders die Torwartposition steht bei den Berlinern im Fokus. Auf Florian Fromlowitz von Hannover 96 folgte mit Thomas Kessler vom FC St. Pauli ein weiterer junger Deutscher, ehe Thomas Kraft vom FC Bayern München die Reihe der möglichen Konkurrenz um den bisherigen Stammkeeper Maikel Aerts erweiterte. Besonders Kessler wird in den Berliner Medien als Favorit gehandelt. Er verfügt über Spielpraxis und wäre günstig zu haben. Aktuell steht er als Leihspieler beim FC St. Pauli unter Vertrag. Ein Abstieg der Hamburger würde den 25-Jährigen auf den Markt bringen, da die Position bei Stammverein 1. FC Köln mit Michael Rensing besetzt ist.

Außerdem steht mit Timo Hildebrand von Sporting Lissabon ein ehemaliger Nationaltorwart auf dem Zettel, mit dem Trainer Babbel einst beim VfB Stuttgart zusammen spielte, der aber kaum Spielpraxis aufweist. Das Rennen könnte am Ende Franco Costanzo machen. Der Argentinier stand fünf Jahre für den FC Basel zwischen den Pfosten und absolvierte weit mehr als 100 Spiele für den Schweizer Vorzeige-Klub. Dennoch verlängert Basel den auslaufenden Vertrag des 30-Jährigen nicht – die Chance für die Hertha? Auch Schalke 04 zeigt dem Vernehmen nach Interesse an Costanzo.

Ottl für die Zentrale – auch Dejagah?

Im Mittelfeld hat sich über Wochen Andreas Ottl vom FC Bayern München als Wunschkandidat herauskristallisiert. Der 26-Jährige kommt auch in dieser Saison nicht über den Status als Notnagel hinaus, 13 Partien in der Bundesliga stehen zu Buche. Bei der Hertha winkt ein Stammplatz. Zudem steht mit Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg ein alter Bekannter auf der Wunschliste. Dejagah wechselte 2007 von Hertha nach Wolfsburg, durchlief zuvor die Jugendmannschaften der Berliner und agierte danach drei Jahre in der ersten Mannschaft Herthas.

Sturmduo soll zusammenbleiben

Im Angriff zeigen Woche für Woche die beiden Spitzen Pierre-Michel Lasogga und Adrian Ramos Top-Leistungen. Beide trugen mit jeweils 12 Toren zum bisherigen Saisonverlauf ihren Anteil bei. Während Shootingstar Lasogga seinen Verbleib in der ‚Berliner Morgenpost‘ ankündigt („Was bei Hertha in der Zweiten Liga begonnen hat, ist ein Traum. Den möchte ich gern hier in der Bundesliga fortsetzen“), ziert sich Ramos. Der Kolumbianer liebäugelte in den letzten Transferperioden mit einem Abgang, dem allerdings Markus Babbel einen Riegel vorschiebt: „Wir wären doch bescheuert, im vergangenen Sommer so wahnsinnig darum zu kämpfen, dass Adrian in der Zweiten Liga bleibt – und ihn jetzt, wo er Leistungsträger ist, gehen zu lassen.



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