Ich habe immer gesagt, dass ich grundsätzlich einem Wechsel ins Ausland nicht abgeneigt bin“, wiederholte Bernd Leno zuletzt im März seine Ambitionen. Der Keeper soll seinen Klub Bayer Leverkusen bereits informiert haben, dass er im Sommer das Weite suchen will.

In Lenos noch bis 2020 datierten Vertrag ist eine Ausstiegsklausel über 20 Millionen Euro verankert. Das Problem: Deutschlands Nummer drei hätte Bayer bis zum 30. April einen Klub präsentieren müssen, der diese Summe zahlt. Dies war nach FT-Informationen jedoch nicht der Fall. Die Klausel greift somit erst 2019 wieder.

Hradecky steht parat

Bayer, das mit Lukas Hradecky schon Lenos ablösefreien Nachfolger an der Angel hat, befindet sich dadurch in einer komfortablen Situation. Rudi Völler und Co. können eine etwaige Ablöse für Leno nun frei verhandeln, sodass mehr als 20 Millionen Euro für die Werkself herausspringen dürften.

Doch die entscheidende Frage lautet weiterhin: Wohin könnte es Leno überhaupt ziehen? Ein Wechsel zum SSC Neapel ist jedenfalls geplatzt. Berater Uli Ferber sagte vor elf Tagen: „Ich kann bestätigen, dass es Verhandlungen mit Neapel gab, die haben wir abgebrochen. Neapel ist keine Option.“

Simeone ein Leno-Fan

Nach Lenos Geschmack ist da schon eher ein Klub der Größenordnung Atlético Madrid. Deren Trainer Diego Simeone ist ein Fan des 26-Jährigen, bezeichnete Leno einst nach einer Champions League-Partie zwischen Bayer und den Rojiblancos (0:0) als „großartigen Torhüter“. Beim Europa League-Sieger steht mit Jan Oblak aber bereits ein absoluter Weltklassemann zwischen den Pfosten.

Dennoch: Genau in dieser Personalie könnte Lenos Chance liegen. Oblak wird nämlich heftig von Paris St. Germain umworben. Klappt der 100-Millionen-Wechsel in die Ligue 1, wäre Atlético schlagartig auf Torwartsuche. Ideal für Leno. Doch der sechsmalige Nationalspieler prüft auch andere Optionen.

Geht’s nach England?

Wie FT erfuhr, finden auch Gespräche mit den Wolverhampton Wanderers statt. Konkretisieren würde sich das Thema aber wohl erst, falls sich die große Lösung Atlético als nicht umsetzbar erweist. Die Wolves werden vom chinesischen Unternehmen Fosun geführt und spielen in der kommenden Saison nach sechs Jahren mal wieder in der Premier League.

Ob es mit den Wolves über erste Gespräche hinausgeht, ist fraglich. Leno hat sicherlich andere Ansprüche als den voraussichtlichen Abstiegskampf in England. Völlig auszuschließen ist am Ende auch ein weiteres Jahr in Leverkusen nicht. Denn genauso häufig wie er seinen Wunsch nach einem Auslandsengagement betonte, stellte Leno auch klar, sich „brutal wohl“ im Rheinland zu fühlen.