Mit einem mäßigen 1:1 gegen Serbien war die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in das Länderspieljahr 2019 gestartet. Nicht wenige Fans und Experten sahen deshalb vor dem EM-Quali-Start in den Niederlanden Unheil auf das DFB-Team zukommen.

Doch das Team von Trainer Joachim Löw ließ die Kritiker mit dem Anpfiff verstummen. Angeführt von Taktgeber Toni Kroos legte die Mannschaft temporeich los. Folgerichtig stand eine 2:0-Pausenführung zu Buche. Im zweiten Abschnitt offenbarte der Defensivverbund jedoch die ein oder andere Schwäche. Unter dem Strich steht aber eine gute Teamleistung. FT hat drei Erkenntnisse des Spiels gesammelt.

Machtdemonstration von Neuer

Mitte März hatte Löw verlauten lassen, dass Marc-André ter Stegen in diesem Jahr seine Möglichkeiten bekommen werde. Dennoch startete Manuel Neuer gegen die Elftal. Mit zwei herausragenden Paraden gegen den ehemaligen Hoffenheimer Ryan Babel bewahrte der Kapitän sein Team vor dem Ausgleich.

Bei den beiden Toren durch Matthijs de Ligt und Memphis Depay war aber auch Neuer machtlos. Während sich beim Anschlusstreffer durch de Ligt Antonio Rüdiger und Thilo Kehrer uneins waren, grätschte Matthias Ginter beim zweiten Gegentreffer zuerst ins Leere. Innenverteidiger-Kollege Niklas Süle konnte seinen Fehler nicht mehr ausbügeln.

Moped-Gang liefert ab

Serge Gnabry und Leroy Sané – Löw bot für den Fußball-Klassiker zwei Tempofußballer in der Spitze auf. Dazu gesellte sich der offensive Außenverteidiger Nico Schulz, der mit zwei Torbeteiligungen maßgeblich zum Prestige-Sieg beigetragen hat. Neben seiner Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:0 durch Sané erzielte der Hoffenheimer den umjubelten 3:2-Siegtreffer in der 90. Minute.

Neben Schulz und Sané trug sich auch Gnabry in die Torschützenliste ein. Der Flügelstürmer von Bayern München setzte nach einem langen Ball von Rüdiger zum Solo an und ließ Abwehrchef Virgil van Dijk sowie Denzel Dumfries alt aussehen. Schlussmann Jasper Cillessen hatte im Anschluss keine Chance – Gnabrys Schlenzer in den Winkel war einfach zu platziert.

Mit Marco Reus hatte der Bundestrainer noch ein Ass im Ärmel. Nachdem der 29-Jährige in der 88. Spielminute eingewechselt worden war, bereitete er mustergültig den Siegtreffer durch Schulz über außen vor.

Defensivverbund anfällig

Während die Offensivreihe besonders im ersten Spielabschnitt einige Kilometer abspulte und überzeugte, hielt die Defensive dem Druck der Niederländer vor dem Pausenpfiff noch stand. Auch dank Neuer, der im Eins-gegen-Eins-Duell gegen Babel als Sieger hervorging. In der zweiten Halbzeit fing sich der Weltmeister von 2014 zwei unnötige Gegentore durch individuelle Fehler.

Eines steht fest: Das Innenverteidiger-Trio um Ginter, Süle und Rüdiger muss sich noch finden. Besonders im Spielaufbau offenbarte das Gespann Schwächen. Nach der Ausbootung von Jérôme Boateng und Mats Hummels müssen einige Verantwortlichkeiten neu verteilt werden.