Die Borussia eilt der Konkurrenz voraus: Streber Eberl sei Dank

Vier Siege aus vier Pflichtspielen. Borussia Mönchengladbach erwischte einen perfekten Saisonstart. Gerade auch deshalb, weil Max Eberl die Kaderplanungen schon abgeschlossen hatte, als andere erst anfingen. Und weil André Schubert die Fohlenelf in allen Facetten weiterentwickelt.

Max Eberl hat den Bayern abgesagt
Max Eberl hat den Bayern abgesagt ©Maxppp

Wäre die Chefetage der Bundesliga eine Schulklasse, säße Max Eberl in der ersten Reihe. Ständig melden würde er sich aber nicht. Das braucht der 42-Jährige auch nicht, denn er ist der Vorzeigeschüler, der Streber – ohne unbeliebt zu sein. Eberl hat immer die passende Antwort, seine Transfers begeistern und er bleibt immer freundlich, nie unverschämt gegenüber den Medienvertretern, und dennoch bestimmt.

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Auch in der vergangenen Transferperiode war der Manager von Borussia Mönchengladbach bereits mit der Kaderplanung fertig, als das Gros der Liga startete. Den Königstransfer, Christoph Kramer, hatte er schon am 8. Juni eingetütet. Zwei Tage später waren die Planungen dann mit Jannik Vestergaard abgeschlossen. Dementsprechend ruhig wurde es in der Sommerpause um die Borussia, während bei der Konkurrenz ein Gerücht das nächste jagte.

Schubert überflügelt Favre

Was die Fans womöglich etwas langweilte, freute Trainer André Schubert umso mehr. In aller Ruhe konnte der Coach sein Team auf die neue Saison vorbereiten, was längst Früchte trägt. Der Konkurrenz um Bayer Leverkusen und Schalke 04 ist man einen Schritt voraus. Das unterstreichen der souveräne Einzug gegen die Young Boys Bern (3:1/6:1) in die Champions League sowie das 2:1 zum Auftakt gegen die Werkself.

Aber nicht nur Eberl, auch Trainer Schubert hat seine Hausaufgaben gemacht. Nachdem es vergangene Saison zwischenzeitlich hieß, die Anfangseuphorie unter dem Favre-Nachfolger sei schon wieder verpufft, hat sich der 45-Jährige seit dem Amtsantritt selbst enorm weiterentwickelt und ist zum aktuell erfolgreichsten Gladbach-Trainer der Bundesligahistorie avanciert.

Schubert hat es längst geschafft, das starre 4-4-1-1, das die Fohlenelf unter Favre in aller Regel praktizierte, aufzubrechen. Die Mannschaft ist taktisch und formationsschematisch viel flexibler geworden. Auch deshalb, weil er das Spielsystem den Stärken seines Kaders anpasst – nicht umgekehrt, wie Favre.

Umstellung auf Dreierkette passt perfekt

Nicht zuletzt deshalb spielt die Borussia aktuell sehr erfolgreich mit einer Dreierkette. Denn mit Nico Elvedi, Andreas Christensen, Tony Jantschke, Álvaro Domínguez und Vestergaard ist das zur Verfügung stehende Personal nahezu prädestiniert dafür. Und auch Oscar Wendt kann seine offensiven Vorzüge auf der linken Außenbahn so deutlich besser ausspielen. Leidtragender der Umstellung ist Julian Korb. Der rechte Flügel ist mit Ibrahima Traoré oder dem flexiblen Fabian Johnson offensiver ausgerichtet.

Darüber hinaus fügen sich Rückkehrer Christoph Kramer, der spielt als wäre er nie weggewesen, und Tobias Strobl nahtlos ins neue System ein. Dafür musste sogar Shootingstar Mahmoud Dahoud zuletzt auf der Bank Platz nehmen. Top-Torjäger Raffael, zweifelsfrei Führungsspieler, ist in der Form seines Lebens. Und zudem glückten die Umschulungen von André Hahn und Thorgan Hazard zu Stürmern nahezu perfekt. Egal, wen Schubert derzeit im 3-5-2 an der Seite von Raffael aufstellt, er funktioniert.

Mögliche Aufstellung

So sieht es aus beim:

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