Tuchel zu PSG: Ein Projekt zum Scheitern verurteilt

Wohin es Thomas Tuchel nach seinem zweiten Sabbatjahr als Profitrainer ziehen wird, ist nach wie vor offen. Derzeit läuft alles auf die Milliardärstruppe von Paris St. Germain hinaus. Für den deutschen Fußball-Akademiker ein Spiel mit dem Feuer.

Thomas Tuchel bekommt es mit einigen Egozentrikern zu tun
Thomas Tuchel bekommt es mit einigen Egozentrikern zu tun ©Maxppp

Zwei Jahre an der Seitenlinie von Borussia Dortmund haben Thomas Tuchel genügt, um sich über die deutschen Grenzen hinaus einen exzellenten Ruf zu erarbeiten. Auch in Paris beziehungsweise in Katar hat man registriert, wie der Akribiker in die eindimensionale Klopp’sche Pressingmaschine ein taktisch variables System implementiert hatte, das Real Madrid in der Champions League zweimal ein 2:2 abrang und Benfica Lissabon deklassierte.

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Dennoch sind bei Paris St. Germain nicht alle überzeugt von Tuchel. Präsident Nasser Al-Khelaïfi soll eher Massimiliano Allegri, Carlo Ancelotti, Luis Enrique oder Antonio Conte favorisieren. Mit der Entourage von Letztgenanntem soll der Katari bereits vor Wochen Kontakt aufgenommen haben. Sportdirektor Antero Henrique sprach sich für seine Landsmänner Paulo Fonseca und Leonardo Jardim aus.

Trainerfrage ist Chefsache

Hilft aber alles nichts. Al-Khelaïfi ist zwar der Klubpräsident, der sich gerne mit Millionentransfers schmückt. Das letzte Wort hat aber der Mann, der die Schecks unterschreibt und in der Gehaltsliste weit über ihm steht. Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, Emir und Staatsoberhaupt von Katar. Und der 37-Jährige hat einen klaren Favoriten: Thomas Tuchel. Al-Khelaïfi und Henrique müssen folgen.

Warum es für Al Thani ausgerechnet Tuchel sein muss, ist unklar. Die Entscheidung birgt aber einiges an Zündstoff. Der gebürtige Schwabe gilt als absoluter Fachmann, ein Fußball-Wissenschaftler. Für seine Qualitäten in Sachen Menschenführung ist er aber nicht bekannt. Und bei PSG bekommt es der 44-Jährige nicht nur mit Menschen zu tun, sondern vielmehr mit exaltierten und egozentrischen Superstars, die es zu kontrollieren gilt.

Tuchel und Neymar

Es wird überaus spannend zu sehen, wie Tuchel natürlich vor allem mit Neymar umgehen wird. Der Brasilianer steht in der Hackordnung gefühlt kilometerweit über dem Trainer. Gerüchtehalber soll er sich vertraglich gesichert haben, dass er alle Elfmeter schießen darf. Dem früheren BVB-Trainer wird dies mit Sicherheit nicht in den Kram passen.

Bei seinen Sperenzien ist dem Rekordtransfer die Rückendeckung der Vereinsführung gewiss. Genau diese scheint Unai Emery zumindest von außen betrachtet nicht zu haben. Tuchel wird aber ohne die Zusicherung, dass er die absolute Autorität im Prinzenpark sein wird, nicht zusagen. In diesem Fall wird sich vor allem Neymar warm anziehen müssen. Die Frage wird dann sein, wie lange das gut gehen kann.

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