Transferzeugnis Arminia: Ein Volltreffer, viele Flops

Nur mit Leihspielern und ablösefreien Neuzugängen verstärkte sich Aufsteiger Arminia Bielefeld vor der Saison. Eingeschlagen hat bei den Ostwestfalen bislang lediglich einer der acht Transfers.

Trainer Uwe Neuhaus und Arminias Neuzugänge
Trainer Uwe Neuhaus und Arminias Neuzugänge ©Maxppp

Nathan de Medina (Royal Mouscron/ablösefrei)

Der 23-jährige Belgier mit Allrounder-Qualitäten findet keinen Platz in Uwe Neuhaus‘ Elf. Zeitweise vertrat de Medina den angeschlagenen Cédric Brunner, konnte in seinen 141 Einsatzminuten aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und musste den Posten rechts hinten wieder räumen. Seit Ende Oktober ohne Einsatz. Note: 4,5.

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Mike van der Hoorn (Swansea City/ablösefrei)

Der Niederländer stand bislang in allen Ligaspielen in der Startelf. Weniger konstant sind die Leistungen des 28-Jährigen. Teils agiert van der Hoorn sehr souverän und ruhig in Zweikampf und Kombinationsspiel, mitunter unterlaufen dem Innenverteidiger aber auch grobe Fehler, die wie am Samstag gegen Freiburg (0:2) zu Elfmetern respektive Gegentoren führen. Dennoch: van der Hoorn hat Potenzial zum Führungsspieler. Note: 3.

Jacob Laursen (Odense BK/ablösefrei)

An Anderson Lucoqui kommt der Däne nicht vorbei, stand nur zweimal in der Startelf, wirkte dabei überfordert und zeigte sich äußerst fehleranfällig. Aktuell scheint die Bundesliga eine Nummer zu groß für den 26-Jährigen. Note: 5.

Arne Maier (Hertha BSC/Leihe)

Der einzige Neuzugang, der den klammen Klub vom Teutoburger Wald Geld gekostet hat: 500.000 Euro Leihgebühr zahlte der DSC an die Hertha. Die Erwartungen an den Kapitän der deutschen U21-Auswahl waren immens – auch Leverkusen und Wolfsburg zeigten Interesse an einer Verpflichtung. Bislang floppt Maier, der auch immer wieder mit Verletzungen zu tun hat. Zwei rabenschwarze Auftritte, die jeweils nach 45 Minuten beendet wurden, stehen für den Mittelfeldspieler zu Buche. Note: 5.

Christian Gebauer (SCR Altach/ablösefrei)

Einmal Startelf, zwei späte Einwechslungen und meistens nicht im Kader. Die Bilanz des schnellen Außenstürmers ist enttäuschend, Akzente konnte Gebauer noch nicht setzen. Note: 5.

Ritsu Doan (PSV Eindhoven/Leihe)

Mit Tempo, Dribblings und Spielwitz sorgt der quirlige Japaner für die wenigen kreativen Momente im blassen Offensivspiel der Ostwestfalen. Der Rechtsaußen sammelte bislang vier Scorerpunkte (zwei Tore, zwei Assists) und ist so an der Hälfte aller Arminia-Tore beteiligt. Der Aufsteiger würde die Leihgabe gerne festverpflichten, besitzt auch eine Kaufoption – aber die Konkurrenz und Stammverein PSV Eindhoven haben Doans gute Leistungen genau im Blick. Note: 2.

Noel Niemann (1860 München/ablösfrei)

Das 20-jährige Offensivtalent schafft es bisher nicht in den Liga-Kader, kam nur zu einem 13-Minuten-Einsatz im DFB-Pokal. Eine Ausleihe im Winter könnte zum Thema werden. Ohne Bewertung.

Sergio Córdova (FC Augsburg/Leihe)

Lange bemühte sich die Arminia im Sommer um die Leihe des FCA-Angreifers, die Erwartungen waren entsprechend hoch. Seine Lieblingsposition im Angriffszentrum war im System mit nur einem Mittelstürmer zunächst von Fabian Klos besetzt – auf der Außenbahn wusste Córdova nur wenige Akzente zu setzen. Im zuletzt praktizierten 4-4-2 erhielt zudem Sven Schipplock den Vorzug, Córdova blieb nur die Jokerrolle. Ein Assist aus dem ersten Saisonspiel steht auf dem Konto des Venezolaners – bislang eine für beide Seiten enttäuschende Zusammenarbeit. Note: 4,5.

Fazit

Viel Schatten und wenig Licht, nur Doan ist bislang positiv hervorzuheben. Gut möglich, dass die abstiegsbedrohten Bielefelder auf dem Winter-Transfermarkt noch einmal nachlegen, sollte vorher finanzieller Spielraum geschaffen werden. Eine klare Steigerung erhofft man sich aber nach wie vor insbesondere von den bundesligaerfahrenen Leihgaben Maier und Córdova.

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