Während die Scudetto-Feierlichkeiten in Neapel wohl zur Stunde noch andauern, haben die Fans von Real Valladolid ihr Ziel erreicht und Klubbesitzer Ronaldo aus der Stadt gejagt. Die FT-Presseschau am Samstag.

Das Königreich Neapel erstrahlt in neuem Glanz
Am Ende waren es ausgerechnet Scott McTominay (28) und Romelu Lukaku (32), die mit ihren Toren den Meistertitel für die SSC Neapel klarmachten. Beide waren die Eckpfeiler einer Saison, die in Italien alle überraschte. Der ‚Corriere dello Sport‘ titelt: „Das Wunder von Conte“ und analysiert: „Es ist der Meistertitel, den niemand kommen sah Und doch war er da, vom ersten Tag an nur niemand hatte ihn erkannt. Monatelang war er in der Stadt unterwegs, in den Stadtvierteln, in den Gassen, unter den Menschen.“ Die großen Architekten des Titels sind der italienischen Sportzeitung zufolge Präsident Aurelio De Laurentiis, „der große Schöpfer der neuen Ära der Azzurri“, und Trainer Antonio Conte, der im Sommer übernahm.
„Conte hat das größte Meisterwerk seiner Karriere vollbracht. Er hat es geschafft hat, eine Mannschaft zum Triumph zu führen, die sicherlich nicht die stärkste war. Eine, die die Orientierung verloren hatte. Und vor allem seine beiden Trümpfe: im Sommer Osimhen, zur Saisonmitte Kvara. Ein Doppelschlag, der alle hätte zu Boden schicken können, aber sicherlich nicht ihn. Einer, der in schwierigen Situationen aufblüht, einer, der, wenn er einen Schlag einsteckt, zu einem Löwen wird.“ Die ‚Gazzetta dello Sport‘ nennt McTominay „eine Ikone des Triumpfs“ und stimmt unter dem Titel „Das neue Königreich Neapel“ in die Lobgesänge auf den Trainer ein: „Conte, ein Mann aus dem Süden und stolz auf seine Herkunft, hat Sportgeschichte geschrieben.“
Abstieg statt Königsklasse
Nach dem mittlerweile dritten Abstieg aus La Liga in den vergangenen fünf Jahren und seit Monaten anhaltenden Fanprotesten hat sich Ronaldo entschlossen, seine Anteile an Real Valladolid an ein US-amerikanisches Konsortium zu verkaufen. Das gab der abgeschlagene Tabellenletzte der spanischen Liga am gestrigen Freitag bekannt. Die Anhänger des Traditionsklubs hatten den Brasilianer bei jedem Heimspiel dieser Saison mit Schildern dazu aufgefordert „nach Hause zu gehen“.
Während der Unmut der Anhänger sich in dieser Spielzeit vor allem aufgrund der katastrophalen sportlichen Leistungen des Klubs entluden, sah sich der ehemalige Stürmer bereits in den vergangenen Jahren mehrfach scharfer Kritik ausgesetzt, wie etwa 2022, als „Il Fenomeno“ das Vereinswappen modernisieren wollte. Im September 2018 hatte der 48-Jährige 51 Prozent der Anteile des nordspanischen Klubs übernommen und vollmundig versprochen, dass er den Klub innerhalb von fünf Jahren in die Champions League führen würde. Mehr als Platz 13 erreichte Valladolid in La Liga in den vergangenen Spielzeiten jedoch nie.