Alarm an der Weser: Werder zittert ums Überleben

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  • Quelle: Sport Bild | kicker | DeichStube

Für Werder Bremen wird es in der Coronakrise richtig brenzlig. Wirtschaftlich waren Werders Möglichkeiten schon immer begrenzt, dadurch ist die Bedrohung durch Insolvenz größer als anderswo.

Werder Bremen steuert stürmischen Zeiten entgegen
Werder Bremen steuert stürmischen Zeiten entgegen ©Maxppp

„Was die finanzielle Situation betrifft, mache ich mir große Sorgen. Denn keiner weiß, wann wieder Einnahmen reinkommen“, räumte Ex-Manager Willi Lemke mit Blick auf die Lage bei Werder Bremen zuletzt unverblümt ein. Das 73-jährige Bremer Urgestein kennt die Strukturen beim Traditionsklub bestens und weiß, wie sehr seine alte Liebe in der Coronakrise leiden muss.

Kredite nötig

Als solide wirtschaftender Verein, der sich bis heute keinem rettenden Großinvestor hingegeben hat, zählt Werder zu jenen Bundesligisten, bei denen die Existenzängste am größten sind. Laut der ‚Sport Bild‘ haben bereits erste Sponsoren ein Ende der Kooperation angekündigt.

So wird Werder dem Fachblatt zufolge Kredite aufnehmen müssen, um den Ausfall von Einnahmen zu kompensieren. Es laufen daher „Gespräche mit ansässigen Banken“, in denen Höhe und Laufzeit möglicher Anleihen thematisiert werden.

Es wird teuer – mit oder ohne Abstieg

Fakt ist: An der Weser brennt es lichterloh – und ein Abstieg würde die Situation naturgemäß nochmals deutlich verschärfen. Doch selbst wenn Werder in der nächsten Saison erstklassig spielt, werden gut 13 Millionen Euro die Kasse zusätzlich belasten.

Diese Summe ergibt sich aus den vereinbarten Kaufpflichten bei Leonardo Bittencourt (26, ausgeliehen von der TSG Hoffenheim) und Ömer Toprak (30, ausgeliehen von Borussia Dortmund) im Falle des Klassenerhalts. Die Kölner Leihgabe kostet dann sieben Millionen Euro, sein BVB-Pendant 6,4 Millionen Euro.

Spielerverkäufe bleiben natürlich ein Mittel, den Mehrbelastungen zu begegnen, werden aber weit weniger Geld als ursprünglich geplant einbringen. Der ‚kicker‘ nannte es jüngst „illusorisch“, dass etwa ein einst heiß gehandelter Spieler wie Milot Rashica noch den Wert seiner vertraglich fixierten Klausel von 38 Millionen Euro erreicht.

„Wir finden Werder geil“

Unabhängig vom sportlichen Ausgang der Saison – wie sportlich der dann auch immer ausfällt – warten also harte Zeiten auf die Bremer. Nach Prognose der ‚Sport Bild‘ wird der Verein noch in Jahren mit den Corona-Folgen zu kämpfen haben.

Hoffnung macht da eine charakterlich einwandfreie Mannschaft, die sich zum Gehaltsverzicht bereiterklärte: „Wir wollen dem Verein und den Mitarbeitern in dieser schwierigen Situation unbedingt helfen. Denn wir finden Werder einfach geil und die Stadt auch“, sagt Kapitän Niklas Moisander (34) der ‚DeichStube‘. Schöne Worte in hässlichen Zeiten.

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