Sportlich ist Ihlas Bebou spätestens seit der vergangenen Spielzeit ein Segen für Fortuna Düsseldorf. Das Eigengewächs aus Togo legte in allen Bereichen zu, entwickelte sich zu einem der stärksten Flügelstürmer im Unterhaus. Dass die Flingeraner ihn über den Transfersommer hinaus halten können, war kaum vorstellbar.

Noch aber spielt der 23-Jährige bei der Fortuna. Nicht zuletzt dank eines Passus’, der seinen Vertrag bei F95 im März automatisch bis 2018 verlängerte. Ein kalkulierter Glücksfall für die Düsseldorfer, denn die bemerkenswerten Leistungen des togolesischen Nationalspielers machten ihn zunehmend wertvoller – in mehrfacher Hinsicht.

Werder, Freiburg und Köln im Dreikampf

Satte fünf Millionen Euro fordert der Zweitligist für Tafelsilber Bebou, der in der Vergangenheit auch öffentlich keinen Hehl daraus machte, in die Bundesliga wechseln zu wollen. Erfüllen könnten dem Angreifer diesen Traum Werder Bremen, der 1. FC Köln und der SC Freiburg.

Alle drei zeigen der ‚Westdeutschen Zeitung‘ zufolge Interesse an Bebou. Kein Interesse zeige das Trio dagegen, die aufgerufenen fünf Millionen für den 23-Jährigen zu zahlen. Schließlich läuft dessen Vertrag bei der Forteng nur noch ein Jahr. Ein Angebot des Effzeh über 2,5 Millionen wies der Rhein-Rivale vor einigen Wochen bereits zurück.

Bebou verhält sich smart

Beharrt der Zweitligist auf seiner Forderung, pokert man hoch. Die Rechnung der Fortuna: Ein möglicher Aufstieg mit Bebou bringt mehr als fünf Millionen. Der sportliche Verlust bei einem Verkauf wäre mit Geld nicht aufzufangen. Andererseits könnte das Eigengewächs die Rot-Weißen nach dann sieben Jahren im Verein kommenden Sommer ablösefrei verlassen. Und eine Ablöse – egal ob zwei oder fünf Millionen – ist für die Fortuna sehr viel Geld.

Dass Bebou sich bedeckt hält, ist smart und gleichermaßen logisch. Denn sollte er öffentlich auf seinen Wechsel pochen, dieser aber nicht zustande kommen, hätte er seinen Kredit bei den Fans und womöglich auch im Team verspielt. Davon hätte niemand etwas. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich die Personalie bis zum 31. August um 18 Uhr entwickelt.

PreisfrageFT-Meinung: Eigentlich möchte Bebou in die Bundesliga. Alle drei Klubs, die ihn umgarnen, bieten eine attraktive sportliche Perspektive. Die Fortuna zwingend verlassen will der Togolese aber nicht, schließlich fühlt er sich wohl in seiner Heimat, spürt größtes Vertrauen. Rational betrachtet dürfte eine Ablöse um die drei Millionen Euro Sinn ergeben – und alle Parteien zufriedenstellen. Aber wo ist in Zeiten von Neymar und Dembélé im Fußball noch Rationalität anzutreffen.