Zehn Tore und drei Assists in 24 Pflichtspielen: Die Bilanz von Yannick Carraso in der laufenden Saison liest sich durchaus ansprechend. Seit November steckt der 23-Jährige aber etwas im Formtief. Sein Coach Diego Simeone nahm ihn daher zuletzt mehrere Male aus der Startformation. Andernorts wird diese Entwicklung mit Wohlwollen registriert.

Wie die ‚as‘ berichtet, haben gleich sechs Schwergewichte aus Europa den Namen Carrasco auf ihrer Liste möglicher Verstärkungen notiert. Genannt wird neben dem FC Arsenal, Manchester City & United, dem FC Chelsea und Paris St. Germain auch der FC Bayern München. Besonders interessant wird die Personalie für die Bewerber, da der belgische Außenstürmer zum Festpreis zu haben ist.

100 Millionen Euro schwer ist Carrascos Ausstiegsklausel bei Atlético. Eine stolze Summe, angesichts des vorhandenen Entwicklungspotenzials aber nicht utopisch. Allen voran die Vereine aus England könnten eine Ablöse dieser Größenordnung problemlos stemmen. Ob der FC Bayern derart tief in die Tasche greifen will, ist hingegen fraglich.

Bedarf hat der deutsche Rekordmeister über kurz oder lang sehr wohl auf der Außenbahn. Auch wenn Arjen Robben und Franck Ribéry ihr Engagement über den Sommer hinaus fortsetzen werden, auf ewig kann Robbery die Bayern-Flügelzange nicht mehr bilden. Zudem mehren sich bei Kingsley Coman die Zweifel, ob er das Zeug zum absoluten Topspieler mitbringt.

FT-Meinung: Dass Bayern sich mit Carrasco beschäftigt, ist naheliegend. Der dribbelstarke und pfeilschnelle Rechtsfuß könnte in München fraglos eine gute Rolle spielen in den nächsten Jahren. Allerdings wird Atlético den bis 2022 vertraglich gebundenen Offensivspieler nicht unter Wert verkaufen. Und ein Investment von 100 Millionen Euro ist beim FCB derzeit noch nicht in Sicht. Da bedient man sich für gewöhnlich lieber und günstiger bei der Bundesliga-Konkurrenz.