Im Schlussspurt scheint Hertha BSC auf der blaugefärbten Tartanbahn im Olympiastadion die Puste auszugehen. Beinahe schon sicher in der Champions League geglaubt, gab es nur einen Punkt aus den vergangenen vier Bundesligapartien für das Team von Pál Dárdai. Hinzu kam das Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund, das die Hertha phasenweise im eigenen Stadion vorführte.

Zumindest etwas enttäuscht dürften Fans, Spieler und Dárdai selbst entsprechend sein. Unzufrieden aber ist in Berlin wohl niemand. Oder sollte es zumindest nicht sein. Was der ungarische Lehrmeister mit der ‚Alten Dame’ leistet, hat höchste Beachtung verdient. Schnell hatte Dárdai die Spieler gefunden, denen er vertraut. Wie immer konnte es aber nicht nur Gewinner bei der Hertha geben. Einige Akteure fanden sich zumeist auf der Bank wieder, wenn überhaupt. In der Sommerpause wird man ihnen wohl keine Steine in den Weg rollen.

Sechs Profis spielen der ‚B.Z. zufolge keine Rolle mehr in Dárdais Personalplanungen. Neben Ronny, der bereits etliche Male kurz vor einem Abschied aus der Hauptstadt stand, werden wohl auch Torhüter Sascha Burchert und Johannes van den Bergh die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens nicht mehr mitbekommen. Burchert war in der Hinrunde an Valerenga Oslo verliehen, steht in der Rangfolge der Keeper aber nur auf Platz drei, bestenfalls. Van den Bergh ist hinten links chancenlos gegen Marvin Plattenhardt. Im Winter stand er vor einem Wechsel zum FSV Frankfurt.

Altlasten bremsen

Wenig begeistert ob ihrer Rolle beim Berliner Sportclub sind trotz des Erfolgs auch Roy Beerens (Vertrag bis 2017) und Valentin Stocker (Vertrag bis 2018). Die beiden Königstransfers des Sommers 2015 entpuppten sich selten als Verstärkung für die Hertha. Und mindestens ebenso selten kamen sie unter Dárdai zum Einsatz. Bei einem passenden Angebot freut sich Michael Preetz wohl auf einen Handschlag. Beerens wurde zuletzt mit Darmstadt in Verbindung gebracht.

Das halbe Dutzend macht Jens Hegeler voll. Der Mittelfeld-Allrounder konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen. 2015 kam der 28-Jährige von Bayer Leverkusen, wo er phasenweise durchaus zeigte, dass er Fußball spielen kann, nach Berlin. Den erhofften Durchbruch aber schaffte er keineswegs. Auch sein Kontrakt endet 2017.

FT-Meinung: Der Großeinkauf aus dem Sommer 2015 liegt noch immer wie eine Smogwolke auf dem Portemonnaie der Berliner. Großverdiener wie Stocker müssen aussortiert werden, wenn sie dem Verein nicht helfen können. Unter Wert darf man sie aber auch nicht ziehen lassen. Ein Spagat, dem die Netzstrumpfhose der ‚Alten Dame’ standhalten muss.