Hans-Joachim Watzke hat begründet, warum er im Falle Henrikh Mkhitaryan seine Meinung geändert hat. „Damals hatte ich aufgrund der Gespräche mit Henrikh Mkhitaryan den festen Eindruck gewonnen, dass er bei uns bleibt. Einen Wechsel hielt ich für ausgeschlossen. Das war eine falsche Einschätzung, dazu stehe ich“, gibt er gegenüber der ‚Bild‘ zu und erklärt:

Erstens hatte ich nicht daran geglaubt, dass wir für einen Spieler mit einem nur noch für ein Jahr gültigen Vertrag ein so werthaltiges Angebot bekommen. Zweitens hat es in der jüngeren Vergangenheit auch neue sportliche Eindrücke gegeben. Beides hat dazu geführt, dass wir eine veränderte Bewertung vorgenommen haben. Wenn man trotz neuer Entwicklungen stur bei einer Einschätzung bleibt, ist man schnell festgefahren. Da lasse ich mir lieber einmal den Vorwurf der falschen Einschätzung gefallen.

Mkhitaryan-Entscheidung war „alternativlos“

Die 42 Millionen Euro schwere Offerte von Manchester United konnte der Vorstandsvorsitzende nicht ausschlagen: „Ich trage die Gesamtverantwortung beim BVB. Nächstes Jahre wäre Mkhitaryan ablösefrei gegangen. Wir hätten die Position neu besetzen müssen, aber kein Geld mehr für ihn bekommen. Es ist meine Aufgabe, abzuwägen.“ Tuchel hätte seinen Lieblingsschüler natürlich lieber gehalten: „Dass der Trainer Micki lieber behalten hätte, ist doch völlig normal und verständlich. Aber ein Transfer hat immer eine strategische, eine wirtschaftliche und eine sportliche Komponente. Die anderen Teilbereiche haben dazu geführt, dass unsere Entscheidung alternativlos war.

Bei Pierre-Emerick Aubameyang will der BVB-Chef hart bleiben und zu seinem Wechselverbot stehen. „Wir brauchen nicht über Aubameyang zu reden. Er hat einen Vertrag bis 2020. Die Ausgangssituation ist also eine völlig andere. Wenn Mickis Vertrag nicht in einem Jahr ausgelaufen wäre, hätten wir ihn nicht ziehen lassen“, so Watzke.

Als wir hier vor elfeinhalb Jahren angefangen haben, gab es gefühlt 500 Vereine, die vor uns standen. Jetzt sind es noch fünf oder sechs Klubs, die unglücklicherweise häufig an unseren Spielern interessiert sind. Ich würde mich extrem wundern, wenn einer unserer Stars zu einem Klub gehen würde, der nicht zur Kategorie Bayern, Real, ManU, ManCity zählt. Das sind eben Topvereine, bei denen auch wir an Grenzen stoßen“, ist sich der 57-Jährige bewusst und erklärt: „Weil es immer noch eine Handvoll Vereine gibt, die dieselbe Strahlkraft wie wir haben, aber eben auch viel mehr Geld. Wir haben die Meisterschaft vor fünf Jahren mit einem Budget von knapp unter 40 Millionen Euro geholt. Jetzt haben wir eins von über 100 Millionen. Aber: Die anderen fünf oder sechs Klubs, die ich angesprochen habe, haben ein Budget von über 200 Millionen Euro.

Schürrle oder Götze? Kein Kommentar

Nach den Abgängen sind die Kassen des BVB gefüllt. Und Watzke bestätigt, dass das Geld reinvestiert wird. „Vielleicht holen wir ja noch einen 38-Jährigen. Im Ernst: Es ist klar, dass wir noch etwas machen werden. Lassen Sie sich mal überraschen“, so Watzke der Verstärkungen für den „Offensivbereich“ ankündigt. Ob es sich dabei um André Schürrle handelt verrät er nicht: „Zu Transfergerüchten sagen wir grundsätzlich nichts.

Gleiches gilt für eine Aussage zu Mario Götze: „Auch hier gilt: Falls wir Interesse haben sollten, würden wir das garantiert nicht öffentlich hinterlegen. Es gibt eine ganz klare Aussage von Mario Götze, dass er nächste Saison bei den Bayern bleiben möchte. Solange es keine neue Entwicklung gibt, beschäftigen wir uns nicht mit diesem Thema.