Dass Lucien Favre ein akribischer Taktikfuchs ist, steht außer Frage. In Sachen Empathie und emotionale Ansprache an die Mannschaft hat der Schweizer aber seit jeher Defizite. Dies tritt vor allem dann zu Tage, wenn die Ergebnisse ausbleiben.

Favre geht auf Mannschaftskritik ein

In den vergangenen Wochen soll sich auch innerhalb der Mannschaft Unmut über die strikten taktischen Vorgaben des Cheftrainers geregt haben. Favre hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und ist auf die Kritik eingegangen.

Wie die ‚Sport Bild‘ berichtet, hat der 61-Jährige nach dem unglücklichen 2:2-Unentschieden gegen den SV Werder den Mannschaftsrat einberufen. Mit Marco Reus, Lukasz Piszczek, Mats Hummels, Axel Witsel und Roman Bürki diskutierte Favre Schwachpunkte und hörte sich die Kritik aus dem Mannschaftskreis an.

Das Ergebnis: Der Schweizer lenkte ein und änderte die taktische Ausrichtung bei gegnerischen Eckbällen. Anstatt auf Raumdeckung zu setzen, wurde auf den von der Mannschaft präferierten Mix aus Mann- und Raumdeckung umgestellt. Die Folge: Gegen Slavia Prag und den SC Freiburg kassierte der BVB kein Tor nach Ecken.

Wochen der Entscheidung

Die Zuordnung bei Eckbällen war bei den Schwarz-Gelben aber mit Sicherheit nicht das einzige Problem. Das Beispiel zeigt aber, dass Favre bereit ist zuzuhören. Womöglich genau zum richtigen Zeitpunkt, stehen doch nach der Länderspielpause die Wochen der Entscheidung an.

Den Auftakt macht das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach gefolgt vom Duell mit Inter Mailand in der Königsklasse. Im Anschluss stehen das Derby gegen Schalke 04, erneut Gladbach im DFB-Pokal, der wiedererstarkte VfL Wolfsburg und das Rückspiel daheim gegen Inter auf dem Programm. Den Abschluss macht dann das richtungsweisende Spiel gegen den FC Bayern.