Im Herzen Mainzer

Geboren und aufgewachsen ist Marco Rose in Leipzig (wo seine Familie noch heute lebt). Dort genoss er die Sportausbildung der DDR. Zum Profi wurde er beim Zweitligisten VfB Leipzig, ehe es über die Zwischenstation Hannover 96 im Jahr 2002 nach Mainz ging. Dort wurde Rose sesshaft und blieb neun Jahre. Der Linksverteidiger bestritt 158 Spiele für die erste Mannschaft und stieg zweimal in die Bundesliga auf. Als Assistent von Martin Schmidt beim Regionalliga-Team sammelte Rose erste Trainererfahrungen.

Durchbruch als Jugendtrainer

Anschließend trat er bei Lok Leipzig seine erste Cheftrainerstelle an, wechselte nach einer Saison in den Jugendbereich von RB Salzburg. Das U19-Team führte er in der Spielzeit 2016/17 schließlich sensationell zum Titel in der UEFA Youth League. Im Finale gewannen die RB-Bubis um Amadou Haidara und Hannes Wolf mit 2:1 gegen Benfica Lissabon. Anschließend wurde Rose zum Proficoach befördert. Derzeit ist er auf dem Weg zum zweiten Meistertitel in Folge. In der vergangenen Saison führte er Salzburg zudem ins Halbfinale der Europa League.

Interesse aus der halben Bundesliga

Dass Rose angesichts seiner Erfolge bei der Wahl seines neuen Arbeitgebers die Qual der Wahl hatte, liegt auf der Hand. Schon im Sommer 2018 war der einstige Abwehrmann bei RB Leipzig, Eintracht Frankfurt und sogar Borussia Dortmund gehandelt worden. Während der laufenden Saison deutete lange viel daraufhin, dass er zum 1. Juli 2019 die Nachfolge von Julian Nagelsmann in Hoffenheim antreten würde. Als sich die TSG aber für Alfred Schreuder entschied, bahnte sich ein Zweikampf zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 an. Den Zuschlag erhielt letztlich aber Borussia Mönchengladbach.

Lehrmeister Klopp

In Mainz durfte Rose als Spieler von einigen Koryphäen lernen. Den Großteil seiner Karriere spielte der heute 42-Jährige unter Jürgen Klopp, der ihm früh eine Trainerkarriere prophezeite. Jüngst schickte ihm der Liverpool-Coach eine Videonachricht, in der es heißt: „Hey Marco, alle fragen mich nach dir. Du bist im Moment der Gehypteste von allen.“ Klopp ist sich sicher: „Marco kann jeden Job der Welt machen. Ich traue ihm alles zu.“ Eine (verletzungsgeplagte) Saison lang trainierte Rose zudem unter Thomas Tuchel, der mittlerweile Paris St. Germain anführt. Zudem ist er eng mit dem heutigen Mainzer Chefcoach Sandro Schwarz befreundet.

Komplettpaket

Roses Spielstil ist auf Variabilität ausgelegt. In Salzburg gelang es ihm, die pressinglastige Herangehensweise zu verfeinern. „Ich bin weder ein klassischer Ballbesitztrainer noch ein Trainer, der nur Haudrauf und Pressing forciert. Ich würde es gerne relativ komplett haben, das ist meine Kernidee“, sagte Rose einst dem ‚ZDF‘. Das gelang ihm bei RB formidabel. Das Team agierte auch gegen nominell stärkere Gegner in der Europa League frech und selbstbewusst und forcierte das frühe Forechecking, fand aber auch stets intelligente Lösungen im eigenen Spielaufbau. Ein Stil, der jeder talentierten Mannschaft gut zu Gesicht steht – mit Sicherheit auch der Borussia.