Noch hat Keven Schlotterbeck die Nase vorn: Beim SC Freiburg kam der 21-Jährige bisher zweimal zum Einsatz. Sein jüngerer Bruder Nico ersetzte gegen Hertha BSC (2:1) am 25. Spieltag Philipp Lienhart zur Halbzeit – gegen Borussia Mönchengladbach (1:1) stand er immerhin im Kader von Trainer Christian Streich.

Wie einst Phönix aus der Asche

Dabei stand Keven in der Vergangenheit bei eher kleineren Vereinen unter Vertrag. Der gebürtige Weinstädter wurde bei den Stuttgarter Kickers ausgebildet, ehe er dort als zu schwach empfunden wurde. Nach Stationen in den Jugendabteilungen der TSG Backnang und dem VfL Kirchheim versuchte er sein Glück in der ersten Mannschaft von Backnang. Nach zwei Jahren in der Verbandsliga nahm ihn das Freiburger-Reserveteam im Sommer 2017 unter Vertrag.

Dagegen wurde Bruder Nico bei weitaus ambitionierteren Klubs ausgebildet. Nach Aufenthalten bei den Junioren des VfR Aalen und dem Karlsruher SC wechselte er vor eineinhalb Jahren in die U19-Mannschaft von Freiburg. Zur Erinnerung: Der Bundesligist ließ sich seine Dienste 90.000 Euro kosten. Bis dato ist die Ablöse gut investiert.

Bodenständige Talente

Nico wäre beinahe mit seinem zweiten Saisoneinsatz gegen Gladbach belohnt worden. Streich zog im Vorfeld der Partie in Erwägung, beide Brüder für die Startaufstellung zu berücksichtigen. Es bleibt abzuwarten, ob der 19-Jährige auch zukünftig einen festen Kaderplatz innehat. Robin Koch wird nach einem Innenbandriss in den kommenden Tagen zurückerwartet. Zudem wird auch der Österreicher Lienhart (Gehirnerschütterung) bald wieder auf dem Platz stehen.

Deutlich besser stehen die Chancen vorerst bei Keven. Nach seinem überzeugenden und unbekümmerten Auftritt gegen Gladbach, der ihm eine Berufung in die FT-Topelf gesichert hat, wird ihn Streich auch für die anstehenden Ligapartien in den 18-Mann-Kader berufen. Ob er dann in der Startformation oder auf der Bank auftaucht, bleibt abzuwarten.